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Flensburger Tageblatt

18. August 2017 | 11:30 Uhr

Geschenk aus der Steinzeit

vom

Die Stadt Glücksburg übernimmt 5000 Jahre alte Werkzeuge und Waffen von einem privaten Sammler

Glücksburg | Die Sicheln und Steinbeile sind nicht neu im Schloss Glücksburg. Aber seit neustem gehört die Sammlung von Artefakten aus der Jungsteinzeit zum Eigentum der Stadt Glücksburg. Die bis zu 5000 Jahre alten Stücke wurden allesamt in Glücksburg-Holnis gefunden. Sie waren dort bisher als Dauerleihgabe zu sehen.

Im Beisein von Hausherrin Elisabeth Prinzessin zu Ysenburg und Büdingen nahm die Stadt, vertreten durch Stadtrat John Witt, die wertvollen Stücke entgegen. Witt: "Es kommt nicht häufig vor, dass man als Kommune etwas geschenkt bekommt", würdigte er das Geschenk und bedankte sich für die Großzügigkeit der Spender. Gisela Runge und Jörn Siebelist, die Nachfahren der einstigen Sammler Ernst-Günther Runge und Oskar Tüxen, wohnen heute noch in Glücksburg beziehungsweise Tarup. Sie hatten sich bereit erklärt, die Erbstücke, die allesamt aus der Zeit zwischen 3500 und 3000 v. Chr. stammen, der Stadt zu überlassen.

Dass es überhaupt zu der Übereignung kam, ist Dietrich Waldow zu verdanken. Der pensionierte Marine-Soldat beschäftigt sich seit nunmehr 30 Jahren mit Archäologie und führt seit vier Jahren den Dolmenpfad, einen archäologisch-naturkundlichen Wanderweg im Friedeholz entlang.

"Bei einem Durchgang durch die Sammlung im vergangenen Winter habe ich bemerkt, dass einige Ausstellungsstücke falsch bezeichnet waren", begründete er den Entschluss, die Funde neu zu beschriften. Dr. Sönke Hartz, Steinzeitfachmann des archäologischen Landesmuseums Schleswig und Leiter der AG Ur- und Frühgeschichte im Heimatverein Angeln, sagte ihm seine Unterstützung zu. Mit dem Einverständnis des Hüters der Sammlung, Dr. Rolf Glawischnig, beschlossen sie, die Fundstücke gleich komplett neu zu ordnen und um Bilder, Karten und Grafiken zu ergänzen - und zwar ehrenamtlich. Im Zuge der Arbeit nahm Waldow außerdem Kontakt zu den Sammlererben auf und regte zu der Schenkung an.

Die Sammlung erscheint dem Betrachter nun attraktiver. Sie macht deutlich, dass es über die Reste von Grabstätten hinaus vielfältige Zeugnisse des Lebens der ersten bäuerlichen Bevölkerung in der Region Glücksburg/Holnis vor mehr als 5000 Jahren gibt. Zu sehen sind neben Dolchen und Sicheln auch Steinbeile, die sich zum Fällen von Bäumen eigneten. Diese Werkzeuge waren somit eine wichtige Voraussetzung für das Errichten von Unterkünften und machten es überhaupt erst möglich, dass die Menschen der Jungsteinzeit sesshaft wurden.

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erstellt am 15.Aug.2013 | 03:09 Uhr

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