Flensburger Schiffbau Gesellschaft : Geschafft! Schiff „W.B. Yeats“ komplett

1500 Tonnen am Haken: Die beiden Kräne leisteten Schwerstarbeit.
1500 Tonnen am Haken: Die beiden Kräne leisteten Schwerstarbeit.

Nächster Teil der Kranaktion: Drittes Deckshaus gestern erfolgreich von zwei Schwerlastkränen verpflanzt

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09. Februar 2018, 07:00 Uhr

Flensburg | Aller guten Dinge sind drei. Donnerstagnachmittag fügte sich der FSG-Neubau „W.B. Yeats“ endgültig zum Schiff. Die beiden Schwerlastkräne hievten als letztes Bauteil das hintere Deckshaus punktgenau auf seine Aufnahmepunkte, damit sind die größten Gewichte an Bord verteilt. Die drei in Danzig vorgefertigten Segmente wogen je 1500 Tonnen. Um diese Lasten unfallfrei zu bewegen und und präzise zu manövrieren, hatte die FSG gleich zwei der niederländischen Kranriesen angeheuert.

Zuletzt war das 2008 der Fall gewesen. Damals wurde ein sogar noch größeres Deckshaus bewegt – im Bau der für Kanada bestimmten RoPax-Fähre „Northern Expedition“ nämlich. Allerdings brauchte das wesentlich kleinere Schiff auch nur ein so großes Deckshaus, da waren die Kräne schneller fertig.

Hier sehen Sie, wie das erste von drei Modulen des Aufbaus auf die Fähre gesetzt wird.

 

Für die große irische Fähre waren drei etwa gleich große bereits fertig eingerichtete Aufbauten in Polen unter Anleitung eines Flensburger Außenteams vorgefertigt und dann per Schleppzug auf Bargen einer finnischen Reederei nach Flensburg transportiert worden.

Für den Bau von Deckshäusern vor Ort fehlen der FSG die Kapazitäten. „Unser Platz hier ist ausgereizt“, sagt Jens Heye, der Projektleiter dieses ersten großen in Flensburg gebauten Passagierschiffes. Zuvor hatten die Flensburger Schiffbauer häufiger große Fähren gebaut, deren vornehmliche Aufgabe aber der Transport von Fahrzeugen war. Die „W.B. Yeats“, so Werft-Chef Rüdiger Fuchs, sei für das Unternehmen der wohl über die nähere Zukunft entscheidende Schritt, auf dem Markt der Passagierschifffahrt Fuß zu fassen. Ein weitaus anspruchsvolleres Unterfangen als der Bau von Transport-optimierten RollOn-Roll-Off-Schiffen.

Mit steigenden Passagierzahlen steigen natürlich auch die Ansprüche an die Unterbringung. „Bei 1800 Passagieren gibt es jede Menge neue Schnittstellen zwischen Mensch und Technik“, so Fuchs. „Das ist sehr anspruchsvoller Schiffbau.“ Die FSG hat bald wieder Gelegenheit sich darin zu beweisen, denn Irish Ferries orderte gleich im Januar ein noch größeres Passagierschiff in Flensburg. Da müssen die Kräne bald wieder ran.

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