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Mittelangeln : „Gert, lass die Gitarre singen!“

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Mit 17 entdeckte Gert Bewernick seine Liebe zu Blues und Rock. Sein nächstes Konzert gibt er am 4. März im Satrup Krog

Satrup | Die Gitarre ist sein Instrument, der Blues seine Musik. Für Gert Bewernick ist Musik nur gut, wenn sie von Hand gemacht ist. Musiker, die die Musik von der Technik des Instrumentes machen lassen, sind für ihn keine Musiker – und noch weniger Partner.

Blues Affair heißt Bewernicks Band, ist in Satrup beheimatet und seit vielen Jahren mit ihrer „Blues & Rock Night“ im Satrup-Krog der musikalische Hit. Leader der Band ist Gert Bewernick, der mit 67 noch genau so begeistert Blues und Rock Musik macht, wie als 17-Jähriger. Es war die Zeit der Beatles, des Rock. Dem 17-jährigen Schüler zuckte es in Fingern und Beinen, wenn er diese Musik hörte. Mit Mitschülern gründete er eine Schülerband am Alten Gymnasium in Flensburg.

Zum Bekanntenkreis der Familie gehörte ein Berliner Musiker, der von der Gerts Musikbegeisterung angetan war und ihm deshalb eine Jazzgitarre zur Verfügung stellte. Von dem Tag wurde in jeder freien Minute geübt. Die Hollies, Kinks und Beatles machten es vor, er spielte es nach, ohne Noten und Lehrer. In der Schülerband war Gert bald für seine Gitarren-Solos berühmt und so hieß es während der Konzerte immer wieder: „Gert, lass die Gitarre singen!“. Und Gert legte einen seiner begeisternden Solo-Auftritte hin.

Der Blues, die Ur-Form des Jazz, eine einfache Musik, die ihren Ursprung in den Sklavengesängen der Südstaatler hat, fasziniert Bewernick bis heute. „Diese Musik gibt Spielfreude und lässt Raum für eigene Interpretationen“, begründet Bewernick seine Liebe.

Auch bei der Marine, wo Gert Bewernick 32 Jahre als Berufssoldat tätig war, kam er schnell mit Musik begeisterten Soldaten zusammen und so erklang bald in der Kaserne fetziger Blues. Auch in der Unteroffiziersschule in Plön, und selbst auf der Gorch Fock wurde unter Leitung von Gert Bewernick in den Gasthäfen und auf den Weltmeeren Rock und Blues gespielt. Die Instrumente fanden Gert und seine Bandmusiker auf dem Segelschulschiff vor. „Die lagen da verlassen herum“, erinnert sich Bewernick.

Später in Flensburg stationiert, nutzte der begeisterte Hobbymusiker ab den 1980er Jahren jede freie Minute, um mit seiner Band „Copperfield“ aufzutreten. „Wir waren viel auf Sylt und haben da Einheimische und Touristen unterhalten.“ Gespielt haben sie alles, was das Publikum wünschte. Sie spielten auf Konzerten, aber auch zu Miss-Wahlen und zu Tanzveranstaltungen.

Die Mitglieder und auch die Namen der Band wechselten, aber der Erfolg blieb ihnen treu. Sie hatten sich einen Namen für gute Hand gemachte Musik gemacht, wurden bis nach Westfalen engagiert. Der Einzug von immer mehr Technik in die Musik war Bewernick ein Gräuel. Die Bands wurden immer kleiner bis nur noch ein Trio zurück blieb.

Bei einer kleinen Veranstaltung in Satrup spielte Kurt Jessen mit seiner Familie, am Schlagzeug Werner Schöning. Bewernick war begeistert: „Mir gefiel, dass Werner den Rhythmus so schön halten konnte“, erinnert er sich. Seit Anfang 2000 bilden Bewernick und Schöning das Grundgerüst der Gruppe Blues Affair, zu der bald auch Renate Stauch als Sängerin, Thorsten Raav als begnadeter Bassist und Peter Börner gehörten.

Aus dieser Hobby-Gruppe formte Gert Bewernick eine Band, die bald wieder ihr Publikum fand und begeisterte. Heute gehören zu Blues Affair an der Rhythmus Gitarre Siegfried Brantsch und am Bass Rainer Rudolph. Werner Schöning spielt Schlagzeuger und Gert Bewernick seine geliebte Solo Gitarre. Hand gemachte Musik ist für diese Musiker ohne Alternative und wenn sie sich zur „Blues & Rock Night“ am Sonnabend, 4. März, um 20 Uhr im Satrup Krog Gast-Bands einladen, wie in diesem Jahr PP Tough, Outfield Westwood und 4rocks, dann können die Zuhörer sicher sein, dass auch sie live und ohne technischen Schnickschnack spielen werden.

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