zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

23. Oktober 2017 | 06:54 Uhr

Husby : Gerling fordert Tramsen heraus

vom

Strafverteidiger will Bürgermeister von Husby werden und sich stärker mit den Folgen des demographischen Wandels beschäftigen.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 07:13 Uhr

Husby | Hans-Heinrich Tramsen, Kreistagsabgeordneter, Amtsvorsteher und Bürgermeister der Gemeinde Husby, den viele einfach Heiner nennen, ist ein kommunalpolitisches Schwergewicht. Und genau dieses Schwergewicht will Burkhard Gerling ins Wanken bringen. Der kommunalpolitische Newcomer der SPD tritt in Husby gegen den CDU-Kandidaten Heiner Tramsen um das Bürgermeisteramt an.

Der gebürtige Westfale Gerling lebt seit 1989 mit seiner Familie in Husby. "Wir hatten uns in ein wunderschönes Haus in Husby verliebt", erklärt der 58-jährige Strafverteidiger den Umzug von Flensburg in die ländliche Idylle. Günter Schmidt, der damalige Husbyer SPD-Bürgermeister, habe Anfang der 90er Jahre sein Interesse für die Kommunalpolitik geweckt. Eine schwere Erkrankung seiner Frau aber veranlasste ihn damals dazu, bereits nach eineinhalb Legislaturperioden sein Mandat in der Gemeindevertretung wieder aufzugeben.

Engagiert hat sich Gerling seitdem in der Kirchengemeinde-Arbeit. Dort war er seit 2010 Vorsitzender des Kirchengemeinderats. Er gab dieses Amt jedoch kürzlich ab, um deutlich zu machen, dass er sich voll und ganz auf das Bürgermeisteramt konzentrieren will.

Die Tätigkeit im Kirchengemeinderat war ihm jedoch immer sehr wichtig, als Ausgleich für seinen Beruf. "Ein Strafverteidiger ist ein einsamer Wolf", charakterisiert der Jurist schmunzelnd seinen Beruf und begründet damit sein kirchliches Engagement und die Arbeit in kirchlichen Gremien. Dort werde sich ausgetauscht, kommuniziert und der Glaube werde gelebt. Die kirchliche Arbeit sei in Husby ein wichtiges Standbein des gemeindlichen Lebens. Über die Mitarbeit im Vorstand der Sozialstation und die Sozialarbeit im Dorf sind Berührungspunkte zwischen Kirche und Politik gegeben, skizziert Gerling und schlägt den Bogen zur Politik mit der Bemerkung, dass manches verbesserungswürdig sei.

Insbesondere fordert Gerling mehr Transparenz, mehr Beteiligung der Bürger an kommunalpolitischen Entscheidungen. Die mangelnde Bereitschaft bei der Zusammenarbeit für den Kindergartenvertrag und die Bitte seiner Genossen im Ortsverein hätten ihn dazu bewogen, seinen Hut als Bürgermeisterkandidat der SPD in den Ring zu werfen. Tramsen sei aus seiner Sicht zwar kein schlechter Bürgermeister, denn Husby habe seine kommunalen Chancen nicht verpasst, bescheinigt er dem derzeitigen Amtsinhaber. Aber das Miteinander sei auf der Strecke geblieben. Beim großen Thema der Ortskern-Gestaltung bleiben die Bürger außen vor, kritisiert Gerling den Bürgermeister, und verspricht mehr Transparenz, wenn er an die Spitze käme. "Heiner hört nicht auf uns", so lautet einer seiner Kritikpunkte. Gerling verspricht, sich mit den Folgen des demographischen Wandels stärker beschäftigen zu wollen: "Damit unsere Kinder hier auch in der Zukunft leben können." Seine Chancen, Tramsen beerben zu können, sieht Gerling als nicht gering an. Derzeit hat die CDU mit acht Sitzen im Gemeinderat zwei mehr als die SPD. Zünglein an der Waage ist der SSW mit drei Mandaten.

"Ich sehe dem Wahlergebnis gelassen entgegen", antwortet Bürgermeister Tramsen, angesprochen auf seinen Kontrahenten von der SPD. Die Gelassenheit begründet sich auf über 40 Jahre kommunalpolitische Erfahrung, davon 42 Jahre im Gemeinderat, fünf Jahre als Bürgermeister, zehn Jahre als Amtsvorsteher und 23 Jahre als Mitglied des Kreistages.

Zur Forderung nach mehr Transparenz sagt Tramsen, man könne nicht alle Verhandlungen auf dem offenen Markt austragen, besonders dann nicht, wenn, wie bei der aktuellen Planung in Husby, private Investoren mit am Tisch sitzen. Alleingänge des Bürgermeisters habe es nie gegeben, unterstreicht er und weist auf die vielen Beratungen im Gemeinderat hin. Waren die Planungen ausgereift, seien die Bürger umgehend und umfassend informiert worden. Auch der Kindergartenvertrag sei im Zusammenwirken aller Fraktionen mit dem Kirchenvorstand ausgehandelt worden. Tramsen unterstreicht allerdings, dass die Gemeinde inzwischen 92 Prozent aller Kosten für die Kita trägt und deshalb den Anspruch durchgesetzt hat, in allen finanziellen und Vermögensfragen beteiligt zu werden.

Da er sein Kreistagsmandat aufgibt, will Tramsen in Zukunft mehr Zeit für die Gemeinde aufbringen und vor allem die laufenden Projekte zu einem erfolgreichen Ende führen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen