Investor kauft Ultratroc : Gerettet!

Aufatmen am Ochsenweg: Die Arbeitsplätze sollen komplett erhalten bleiben.
Aufatmen am Ochsenweg: Die Arbeitsplätze sollen komplett erhalten bleiben.

Insolventer Kältespezialist fasst wieder Tritt: Standort und Arbeitsplätze gesichert / Käufer kommt aus den Arabischen Emiraten

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07. Februar 2018, 07:25 Uhr

Es war eine Rettung in letzter Sekunde, aber immerhin: eine Rettung. Der Hamburger Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt meldete gestern: Der seit Juli letzten Jahres insolvente Flensburger Kältespezialist Ultratroc ist an einen Investor verkauft. Erwerber ist eine neu gegründete Gesellschaft mit Sitz in Flensburg, die den Namen des Traditionsbetriebs Ultratroc fortführen wird. „Wir haben damit eine wirtschaftlich hervorragende Lösung in einer schwierigen Markt- und Betriebssituation erzielt“, sagt Borchardt. Die Produktion und die damit verbundenen 20 Arbeitsplätze blieben in Flensburg erhalten, so der Sanierungsexperte.

Hauptgesellschafter der Übernehmerin ist ein langjähriger und in der Branche gut vernetzter Kunde aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, der in der Vergangenheit bereits erfolgreich Ultratroc-Produkte im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika vertrieben hat. Die Sanierung wurde dadurch ermöglicht, dass der Betrieb im Insolvenzverfahren fortgeführt und mit Hilfe insolvenzrechtlicher Sonderregelungen zukunftsfähig aufgestellt werden konnte. Durch die Einbindung des neuen Gesellschafters wird nun zudem die Vertriebsstruktur des Unternehmens optimiert.

Hans Köster, Flensburger Fachanwalt und Insolvenzrechtler, hat Ultratroc als Sanierungsberater begleitet. Schon als Ultratroc letzten Sommer wegen Wegbruchs eines großen amerikanischen Kunden Insolvenz anmelden musste, gehörte Köster zu den Optimisten. Ultratroc sei im Segment der Kältespezialisten ein „hidden champion“, meinte Köster damals. Tatsächlich blieb die Firma weiter operationsfähig. „Wir haben schon nach zwei Monaten unsere Kosten wieder selbst verdient“, so Köster. Allerdings gestalteten sich Borchardts Bemühungen, für das angeschlagene Flensburger Unternehmen einen Käufer zu finden, lange als schwierig.

Weil Ende 2017 noch keine tragfähige Lösung abzeichnete, ordnete der Insolvenzverwalter schon das Produktionsende an. „Da war’s echt zappenduster und die Stimmung total im Keller“, so Köster. Dass plötzlich der langjährige Kunde anrief und fragte, ob man über den Verkauf mal reden könnte, kam völlig unerwartet. Zum Glücksfall gehörte auch, dass der Investor in Deutschland über keinen eigenen Produktionsstandort verfügt, so Köster. „So konnte Flensburg als Unternehmenssitz gehalten werden.“

Für die Zukunft ist er sehr zuversichtlich. „Ultratroc verfügt jetzt über eine wirtschaftlich solide Grundlage.“ Auch Geschäftsführer Jan Weimer blickt optimistisch nach vorn. „Unser geschäftliches Umfeld hat sehr positiv auf die neue Situation reagiert, die Auftragsbücher sind wieder gut gefüllt. Wir sind sicher, unser Unternehmen mit seinen Mitarbeitern am Markt erhalten und seine Position weiter ausbauen zu können.“

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