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Förderbescheid für Flensburger Franziskus-Hospital : „Gemeinsames Klinikum wäre besser“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

CDU-Landtagskandidat Arne Rüstemeier übt Kritik an Krankenhaus-Planungen

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2017 | 08:45 Uhr

Pünktlich zur Übergabe des ersten Förderbescheides an das St. Franziskus-Hospital werden erste Zweifel aus der Kommunalpolitik an den Neubau- und Erweiterungsplänen der beiden konfessionellen Krankenhäuser laut. „Im Planungsausschuss überwiegt nach meiner Einschätzung der Zweifel, ob die Modernisierungen an den aktuellen Standorten die optimale Lösung darstellen“, sagte der Flensburger CDU-Vorsitzende und Landtagskandidat Arne Rüstemeier. „Flensburgs Krankenhäuser müssen medizinisch bestmöglich aufgestellt bleiben.“ Es liege nahe, dass der Bau eines gemeinsamen Klinikums auf der grünen Wiese die Krankenhausversorgung in der Region besser für die Zukunft aufstelle.

Wie berichtet, hatten vier frühere Chefärzte von Diako und Franziskus-Hospital erhebliche Zweifel an der Sinnhaftigkeit der mit fast 200 Millionen Euro vom Land finanzierten Krankenhaus-Planungen geäußert. Vor über zehn Jahren hatten sie zwar den Klinik-Verbund auf den Weg gebracht, wollten jedoch schon damals eigentlich einen Schritt weiter gehen und ein gemeinsames Krankenhaus bauen.

Doch daraus wird aller Voraussicht nach auch jetzt nichts. Sozialministerin Kristin Alheit und Klaus Deitmaring, Geschäftsführer des Franziskus-Hospitals, rechneten gestern am Rande der Förderbescheid-Übergabe vor, dass der Neubau eines gemeinsamen Klinikums erheblich teurer würde als die jetzt für Diako und Franziskus geplanten Erweiterungs- und Neubauten. Einen Neubau bezifferte Deitmaring auf 300 Millionen Euro, dazu kämen Abschreibungen und Fördermittel-Rückzahlungen beider Träger – bei der Diako rund 60, beim Franziskus rund 40 Millionen Euro.

Der Bescheid über eine Million Euro erstreckt sich ausschließlich auf Planungskosten; schon kommenden Montag werde die Planung beginnen, kündigte Deitmaring an. Im September soll sie abgeschlossen sein. Baubeginn für ein neues Bettenhaus im Bereich der Waldstraße, im internen Jargon wegen der gebogenen Form und der gelben Farbe in der Skizze „Banane“ genannt, könne im Sommer 2018 sein. Hierfür gibt das Land 25 Millionen Euro. Weitere Baumaßnahmen im Bereich der Dorotheenstraße schlagen mit 41 Millionen Euro zu Buche und sollen bis 2025 abgeschlossen sein.

Rüstemeier indes mahnt, das von den Krankenhäusern auf den Weg gebrachte Sanierungsverfahren auf dem bestehenden Gelände nicht als abgeschlossen zu betrachten. Schon bei der ersten Vorstellung des Verfahrens habe es „laute, kritische Stimmen“ gegeben. Die politischen Entscheidungsträger müssten intensiver beteiligt werden als es bisher der Fall war. Seine Kritik richtet der CDU-Mann „nicht gegen die Krankenhäuser, sondern gegen den Gang des Planungsverfahrens“. Im Laufe der Zeit habe sich die Diskussion innerhalb der Krankenhäuser von der kommunalen Betrachtung gelöst. Als Grund dafür sehe er auch Versäumnisse bei Stadt und Kommunalpolitik.

Für ein positiv ausgehendes Bauplanverfahren müsse klar sein, warum der Bau eines gemeinsamen Klinikums mit all seinen Vorteilen aus Sicht der Krankenhäuser, des Landes und der Krankenkassen nicht möglich sei, so Rüstemeier.

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