zur Navigation springen
Flensburger Tageblatt

18. November 2017 | 11:29 Uhr

Mohrkirch : Gemeinsam sind sie stark

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Rettungsdienste der Feuerwehr, des THW und des DRK übten in Mohrkirch das Zusammenspiel der Einsatzkräfte.

Mohrkirch | Bezirksübungen der Freiwilligen Feuerwehr Mohrkirch eilt der Ruf voraus, ein breites Rettungsszenario abzudecken. So standen Rettungsübungen an einem hohen Wohngebäude und ein Busunfall schon früher im Drehbuch. Da Mohrkirchs Gemeindewehrführer Michael Haushahn Endes dieses Jahres aus dem aktiven Dienst ausscheiden wird, war die Feuerwehrszene gespannt, was Haushahn als Krönung seiner Übungsszenarien diesmal vorgesehen hatte.

Wie erwartet, war das gesamte regionale Rettungsdienstwesen laut Drehbuch eingeplant. Basis des Einsatzes bildete eine Alarmierung aus der ehemaligen Grundschule mit Rauchentwicklung und Jugendliche, die sich nicht aus den oberen Stockwerken retten konnten. Eine Aufgabe für die Feuerwehr Mohrkirch lautete, mittels einer Leiter und unter Atemschutz in die oberen Räume vorzudringen und dort vermisste Personen zu suchen, während die Wehren aus Böel und Böelschuby die unteren Räume nach vermissten Personen absuchten und eine Wasserversorgung aufbauten, um so im Gebäude die Brandbekämpfung vornehmen zu können. Da der Zugang zu den oberen Räumen gesperrt war, rief Einsatzleiter Haushahn das Söruper THW zur Hilfe. Dessen Einsatzkräfte bauten eine Rettungsplattform auf. Über diese Plattform wurden aus den oberen Fenstern Personen gerettet.

Im Übungsablauf waren auch verletzte Personen vorgesehen, und so kam die Söruper DRK-Sanitätsbereitschaft ebenfalls zum Einsatz und richtete in der nahe gelegenen Turnhalle eine Patienten-Sammelstelle ein. Die Einsatzleitung wurde unterdessen von der Einsatzstelle in den Einsatzleitwagen des THW verlegt.

Für die Einsatzführung war die Koordinierung der verschiedenen Einsatzkräfte eine Herausforderung, klappte aber hervorragend, obwohl derartige Abläufe nicht häufig einstudiert werden können. Doch es zeigte sich, dass es sich bewährt hat, dass die Mohrkircher Wehr seit vielen Jahren mit den verschiedenen Rettungskräften intensiv zusammenarbeitet. „Was sich kennt, funktioniert in der Praxis besser“, lautete das Fazit des Mohrkircher Wehrführers.

Die Notwendigkeit derartiger überörtlicher Zusammenarbeit hat Michael Haushahn schon kurz nach seiner Amtsübernahme im Jahre 2006 festgestellt. Damals hatte die Ausarbeitung der Feuerwehrbedarfspläne deutlich gemacht, dass es um die Tagesverfügbarkeit bei vielen Wehren nicht zum Besten steht. Angesichts der Größe der Gemeinde Mohrkirch wurde zudem klar, dass die Einsatzfristen nicht in allen Bereichen eingehalten werden können, während Nachbarwehren den Bereich in wenigen Minuten erreichen können. Seit zehn Jahren ist es deshalb üblich, dass die Mohrkircher Wehr mit Nachbarwehren aus den Gemeinden Mittelangeln, Sörup und dem Amt Geltinger Bucht zusammen übt. „Realitätsnahe Übungen der unterschiedlichen Wehren sind dringend erforderlich“, so Haushahn.

Auch das THW ist seit zehn Jahren Partner der Mohrkircher Wehr in Sachen Gefahrenabwehr. „Mein Schlüsselerlebnis war 2007 der Großbrand auf Hof Baustrup“, so Haushahn. Die ganze Nacht sei man auf dem Hof im Dunkeln herrumgestolpert. Das THW hätte den Einsatzort mit ihrer Lichtanlage taghell ausleuchten können. Diese Erkenntnis führte zur Zusammenarbeit mit dem THW, das bei den verschiedenen Einsatzlagen in der Vergangenheit seine breiten technischen Einsatzmöglichkeiten unter Beweis gestellt hat. Die DRK-Sanitätsbereitschaft mit einzubeziehen, war die logische Folge.

Als Vermächtnis gab Michael Haushahn, nach seiner letzten großen Einsatzübung, den Kameraden aller Rettungsdienste mit auf den Weg, dass die Zeit von „Mein Feuer – Dein Feuer“ lange vorbei sei und die Bürger zu Recht erwarteten, dass sich Rettungskräfte gegenseitig unterstützen und so effektive Hilfe leisten.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen