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Flensburger Tageblatt

24. August 2017 | 01:53 Uhr

Munkbrarup : Gemeinde sucht Gasthof-Pächter

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die letzten Betreiber zogen vor drei Jahren aus. Die Eigentümerfamilie stellt Investitionen in Aussicht, um die Gaststätte für neue Pächter attraktiver zu machen, und auch die Gemeinde will das Vorhaben unterstützen.

Seit fast drei Jahren liegt der Landgasthof in Munkbrarup im Dornröschenschlaf, nur von Juli bis Oktober 2012 wurde dieser von einer kurzen Öffnungsperiode unterbrochen. Damit fehlt der Gemeinde, in der mehr als 1100 Menschen leben, gegenwärtig ein gesellschaftlicher Mittelpunkt. Das soll sich jetzt nach Möglichkeit ändern. Der Bürgermeisterin Margrit Jebsen ist ein funktionsfähiger Gasthof ein großes Anliegen. „Wir wollen wieder Leben ins Dorf bringen. Uns fehlt derzeit der Treffpunkt für die Gemeinde.“

Die Nachfrage ist nach ihrer Auffassung eindeutig vorhanden. Allein der TSV Munkbrarup als großer Sportverein im Ort habe über 1300 Mitglieder und es gebe zahlreiche Gelegenheiten, Feste zu veranstalten. Der Gesangverein, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiern will, und die Feuerwehr müssten zurzeit mit provisorischen Ausweichquartieren vorliebnehmen. Auch als Kirchspielkrug in unmittelbarer Nachbarschaft zur St.-Laurentius-Kirche biete sich der Gasthof sowohl bei freudigen als auch bei traurigen Ereignissen, bei Hochzeiten oder Beerdigungen, an.

In dem Gebäude am Dorfplatz gibt es dafür jede Menge Platz. Der große Saal kann bis zu 150, der kleine, eher ein Clubraum, bis zu 30 Personen fassen. Die Gaststube bietet rund 60 Sitzplätze und die sogenannte Durchfahrt weitere 50. Es ist also mehr als genügend Raum vorhanden, um sich gastronomisch hervorzutun. In die Pacht eingeschlossen sind im Obergeschoss eine Sechs- und eine Drei-Zimmer-Wohnung, die vom Betreiber und seinem Personal genutzt werden können.

Die Eigentümerfamilie, der der Gasthof seit 1955 gehört, wird durch Frank Petersen vertreten. Er will einem neuen Pächter jede vertretbare Unterstützung zukommen lassen, sagt er. „Wir sind gerne zu Investitionen bereit.“ Er betont aber gleichzeitig: „Wichtig ist, dass der neue Betreiber ein stimmiges, überzeugendes Konzept vorlegen kann.“ So werde im gegebenen Fall zugesagt, die Küchentechnik zu modernisieren und die Gaststube neu zu möblieren.

In dem 120 Jahre alten Haus falle ein durchschnittlicher Energieverbrauch an. Da jeder Neubeginn aber bekanntermaßen schwierig sei, „wollen wir auch mit einem relativ günstigen gestaffelten Pachtpreis anfangen, um so den Start zu erleichtern“, so Petersen. Natürlich müsse einem möglichen Pächter bewusst sein, dass es auch Durststrecken gebe. Unumgänglich sei daher eine ausreichende eigene finanzielle Grundlage.

Bürgermeisterin Jebsen verweist darauf, dass der Krug im Ort um das Jahr 1700 erstmalig erwähnt wurde und somit eine lange Tradition hat. Die Gemeinde sei ein anerkannter Erholungsort und bei Wanderern beliebt. Für den Gasthof spreche die kurze Entfernung nach Flensburg, die Lage unmittelbar an der Nordstraße sowie die Nähe zu den Stränden an Innen- und Außenförde.

„Wir würden uns sehr freuen, wenn der Krug bald wieder seine Tore öffnet. Das wäre für unsere Gäste, aber auch für alle Bewohner der Gemeinde eine tolle Sache“, sagt Jebsen. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten werde die Gemeinde den neuen Gasthof-Pächtern jede Hilfestellung geben, die notwendig ist, und den Gasthof beispielsweise für Sitzungen und Veranstaltungen nutzen.

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erstellt am 14.Feb.2014 | 07:45 Uhr

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