Jübeker Open-Air : Gelungenes Revival auf "heiligem Boden"

Treuer Fan: Renate Schucher trug T-Shirt und Mütze vom Jübek-Open-Air 1990. Foto: gehrke
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Treuer Fan: Renate Schucher trug T-Shirt und Mütze vom Jübek-Open-Air 1990. Foto: gehrke

"Diese Atmosphäre hat Jübek gefehlt": Rund 3000 Besucher machten die Jübecker Open-Air-Party zu einem vollen Erfolg. Wiederholung nicht ausgeschlossen.

shz.de von
31. August 2010, 09:27 Uhr

Jübek | Als sich um 16 Uhr die Tore der "Jübek Open Air Revival Party" öffneten, zeichnete sich ein Regenbogen über dem Eingang ab. Zeitgleich strömten zahlreiche Besucher ins Sandbahnstadion, die es vor 15 Jahren verlassen hatten. Und nicht nur sie: Endlich wurden im ehrwürdigen "Motodrom" wieder mehr Gäste gezählt als die Gemeinde Einwohner hat. Zwar ist die Anzahl von 3000 Besuchern nicht mit früheren Festivals zu vergleichen, aber die fünf "Jübeker Jungs", die das Event auf die Beine gestellt haben, waren hoch zufrieden. "Davon haben wir geträumt", sprudelte es aus Maik Frie, Geschäftsführer der Jübek Open Air GmbH, heraus. Der Zeitaufwand habe sich gelohnt, sagte er.
Bürgermeister Herbert Will hatte am Sonnabend mit "Desert Daemon" die erste Band des Festivals angekündigt. Der Gitarrist der Flensburger Rockband, Hauke Meissner, ist in Jübek aufgewachsen. Er resümierte nach dem Auftritt, dass sie immer gern wiederkommen würden - in seine "Hometown".
"Die ganzen alten Freunde wieder zu treffen, ist toll"
Als dann "Kellerchaos" die Bühne rockten, war das Festivalgelände bereits sehr gut gefüllt. Die drei Kieler Frauen überzeugten das Publikum durch ihre kraftvolle Performance. Spätestens beim vorletzten Lied "Rockstar" wussten die Besucher, dass die Kielerinnen solche werden könnten.
Die Jübekerin Renate Schucher freute sich, wieder dabei zu sein. Sie habe kein Festival verpasst, erzählte sie und zeigte auf ihr "Open-Air-Shirt" aus dem Jahr 1990. Der "Veteran" unter den Gästen der Veranstaltung toppte dieses mit seinem Kleidungsstück noch - es stammt aus dem Eröffnungsjahr 1985. Bernd Garske hatte zudem die Kartennummer eins bekommen, die er stolz präsentierte. "Die ganzen alten Freunde wieder zu treffen, ist toll", beschrieb er seine Gefühle. Dies sei sogar mehr wert als die Musik, fügte er hinzu.
"Mickey Mouse"-Fahne bei "Illegal 2001"
Das sahen die jüngeren Besucher aber eindeutig anders. Denn als die "PinBoys" die Bühne betraten, ergriff die Begeisterungswelle das ganze Publikum. Vor der Bühne wurde es immer enger. Die Leute sangen, tanzten und sprangen ausgelassen zu den Liedern. Die "La Ola"-Welle kreiste durch die Fangemeinde. Ihren Bekanntheitsgrad haben die Sängerin Anne und ihrer drei Kollegen Jakob, Simon und Emil vor allem jenen Songs zu verdanken, die im deutschen Radio gespielt werden. 80 Prozent ihrer Auftritte fänden in Deutschland statt, erklärte der zweite Sänger Jakob. "Hier bringt es mehr Spaß als in Dänemark", erklärte er, was beim Abschlusslied "Tonight" auf und vor der Bühne auch deutlich zu sehen war. Fans und Band waren nass, und dafür war nicht nur der Regen verantwortlich. Die "PinBoys" sprangen und ihre Fans auch.
Als dann der Jübeker Jörg Goos "Illegal 2001" ankündigte, war seine "Mickey Mouse"-Fahne im Publikum omnipräsent. Sie hatte es einst sogar auf die Rückseite eines Albums der Band geschafft. Ergriffen war Sänger Thomas Lötsch, als er vor die johlenden Fans trat. Er zeigte sein T-Shirt des ersten Auftritts 1989 mit dem Aufdruck "Mamas Liebling", nachdem er sich sein Zwergenkostüm abgestreift hatte.
"Diese Atmosphäre hat Jübek gefehlt"
Für die Revival-Party war dei Band gut gerüstet. Zwei Stunden spielten "Illegal 2001" ihre alten "Evergreens", bei denen die Fans die Texte skandierten und dazu schunkelten. Eine Zugabe folgte der nächsten und Thomas Lötsch resümierte: "Jübek ist Heiliger Boden."
Die letzte Combo, "Murphys Law", kündigten dann die fünf Gesellschafter Maik Frie, Alexander Hansen, Christoph Tams, Marco Sohr und Hannes George gemeinsam an. Sie bedankten sich bei Besuchern, der Gemeinde sowie ihren Helfern und erklärten, dass sie sich eine Wiederholung zwar vorstellen könnten, aber nichts versprechen wollten. Bürgermeister Herbert Will war voll des Lobes. "Diese Atmosphäre hat Jübek gefehlt. Das haben die Jungs super gemacht."

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