Nieby : Geltinger Birk: Zäune unter Strom

Wilde Pferde sind eine Attraktion auf der Geltinger Birk.
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Wilde Pferde sind eine Attraktion auf der Geltinger Birk.

Der Stacheldraht wurde aus Tierschutzgründen abgebaut. Naturschützer raten Wanderern zur Vorsicht.

shz.de von
08. Dezember 2017, 13:54 Uhr

Das war Fleißarbeit: Im Süden der Naturschutzgebietes Geltinger Birk sind die Weidezäune auf einer Strecke von rund zwölf Kilometern erneuert worden. Eine Arbeit unter schwierigen Bedingen, denn „der Boden war vom Regen durchweicht“, sagt Nils Kobarg, der als Leiter der Integrierten Station Falshöft für die Aktion verantwortlich war. Die Naturschützer ersetzten die Weidezäune, die vor 14 Jahren gebaut wurden, durch neue Robinienpfähle mit fünf Reihen Glattdraht – so entspricht es aktuellen Tierschutzbestimmungen. Stacheldraht ist in der Weidetierhaltung nicht mehr erlaubt.

In den neuen Drähten fließt jetzt Strom. Wildpferde habend davor gehörigen Respekt. Und auch die Menschen sollten ihn haben. Deshalb bitten die Naturschützer alle Besucher der Birk, darauf zu achten, die neuen Zäune nicht zu berühren – auch nicht an den Weidetoren. Insbesondere Kinder sollten darauf hingewiesen werden. Energisch wendet sich Kobarg in diesem Zusammenhang gegen Gerüchte, wonach „jetzt die Birk mit Zäunen zugebaut wird“. Tatsächlich sei kein neuer Meter Zauntrasse angelegt worden. Lediglich versteckt gelegene und schlecht zu unterhaltende Zäune würden neu positioniert. Tatsache sei außerdem, dass auf der Birk alte Zwischen- und Querzäune auf einer Streckenlänge von 50 Kilometern entfernt worden seien, die Gesamtzaunlänge also drastisch reduziert wurde. Nun stehe nur um die riesigen Weideflächen herum noch ein Zaun, denn: „Allein durch gutes Zureden oder weil es auf der Birk so schön ist, bleiben unsere Tiere nicht hier“, konstatiert Kobarg. Ein Zaun muss also sein. Damit er den gültigen Tierschutzbestimmungen entspricht, sind die aktuellen Arbeiten nötig.

Auftraggeber ist die Stiftung Naturschutz als Flächeneigentümerin der Geltinger Birk. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung (MELUND). Den Zuschlag für die ausführenden Arbeiten erhielt eine Spezialfirma aus Niedersachsen, die sich laut Kobarg mit großer Mühe in kaum zugängliche Ecken der Birk vorgearbeitet hat. Noch bis Ende des Jahres hat sie Zeit für Restarbeiten. Dann läuft der aktuelle Förderzeitraum aus. Im kommenden Jahr geht es dann weiter. Auf acht Kilometern Länge werden weitere Zaunanlagen im Norden der Birk ausgetauscht.

Eines fällt auf: Die neuen Zäune stehen jetzt nicht mehr versteckt am Deichfuß, sondern direkt auf dem Deich. Die Verantwortlichen erhoffen sich dadurch eine bessere Haltbarkeit der Zaunpfähle und leichtere Zaunkontrollen. In der Folge seien aber etliche Wege auf der Birk zurzeit in einem beklagenswerten Zustand, bedauert Kobarg. „Der Wege zur Birkspitze und weiter hoch auf dem Deich nach Falshöft sowie der Krötenrundweg sind aber weiterhin problemlos begehbar.“

Nach den Worten des Stations-Chefs werden die in Mitleidenschaft gezogenen Wege unverzüglich wieder soweit hergestellt, dass sie im Winter mit festem Schuhwerk jedenfalls „mehr schlecht als recht“ für Wanderer passierbar werden. „Mehr ist im Moment nicht machbar.“ Im Frühjahr werden die Schwachstellen bei Bedarf neu eingesät. Spätestens zu Pfingsten 2018 sollen alle Strecken wieder gut in Schuss sein.

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