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Flensburger Tageblatt

22. November 2017 | 00:16 Uhr

Gelbe Postboxen und Pfirsichherzen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

31 Konzerte in 18 Städten an 29 Spielorten – alles in acht Tagen. Ein Tag mit Folk-Baltica-Geschäftsführerin Juliana Thun

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2016 | 08:04 Uhr

„Ist die Kasse in der Box für Kiel?“ - „Wo ist der Vito2?“ – „Kannst du die Rollups ins Stadttheater bringen?“ Kurze Lagebesprechung im Folk-Baltica-Büro in der Norderstraße. Geschäftsführerin Juliana Thun, Referentin Julia Nöhrenberg und Praktikantin Elli Kose besprechen den Tag. Wie Harald Haugaard, künstlerischer Leiter, Torge Korff, Vorsitzender des Vereins und rund 50 Helfer sind sie seit Tagen im Dauereinsatz.

Bei fast einem Dutzend Konzerten ist die 28-jährige Festivalchefin selbst dabei: um die Gäste zu begrüßen oder einfach nur „reinzuluschern“. Ihr Tag beginnt früh. Gegen 8 Uhr ist Treffen im Festivalbüro. Ihre Outfits für die Woche hat sie sich vorher zusammengestellt. Auf Bügeln warten Hosen, Röcke, Blusen und Blazer auf ihren Einsatz. „In den acht Tagen denkt man morgens noch nicht so viel“, kommentiert Thun.

Kernstück der Festival-Logistik sind gelbe Postboxen. Mit Utensilien für Künstler und Helferteams gefüllt, reisen sie zwischen Bad Oldesloe und Apenrade, Föhr und Kappeln durchs Festivalland. „Verteilzentrum“ ist die Rezeption im Flensburger Hotel am Fjord. „Die ist 24 Stunden geöffnet“, erklärt die Flensburgerin, die seit vergangenem Jahr bei der Folk-Baltica an Bord ist. Sie füllt sich einen großen To-go-Keramikbecher mit Kaffee und schnappt sich den Autoschlüssel. Das Ziel ist im Navi gespeichert: Langballig.

Im Landschaftsmuseum Unewatt wird es schnell voll. Juliana Thun holt weitere Stühle, verkauft kurzerhand vergünstigte Stehplätze und bringt einer Frau, die sich über die Kälte beschwert, ein Kissen an den Platz. Geplant ist das alles natürlich nicht, aber sehr gut improvisiert. Über 100 Besucher drängen sich im historischen Stall, als „Nordens Tone“ das erste Stück anstimmt. Thun selbst steht an der Tür, genießt ein paar Takte die Stimme von Sängerin Jullie Hjetland und den letzten Schluck Kaffee.

Noch vor der Konzertpause sitzt das Team wieder im Auto. Zwischenstopp im Büro. Elli Kose bleibt am Computer, Juliana und Schwester Lina, die die Festivalchefin unterstützt, gehen ins Café Central. Im 2. Stock ist ein gastronomisches Basislager eingerichtet. „Schaum-Erdbeeren gehen nicht, aber die Pfirsich-Herzen sind schon wieder alle“, informiert Helferin Katja Gallas. Thun tippt in ihr Smartphone. Am Abend ist noch Platz für einen Abstecher in den Supermarkt. Die kleine „Naschi“-Station für die Künstler ist ihre Idee. Schnell stellt sie sich selbst eine Tüte zusammen – für den Weg.

Nächstes Ziel: Flensborghus. Dort angekommen, verlangen die Gäste des „Nordischen Balls“ Stühle. Kurzerhand wird der Tanzsaal zum Sitzsaal umgerüstet. Getanzt wird dann aber doch noch. Auch hier bleibt es für Thun jedoch beim „Luschern“, denn auf dem Plan stehen noch der Naschi-Einkauf, ein paar Telefonate, die Kontrolle der Postboxen für den nächsten Tag.

Als sich das Stadttheater füllt, Torge Korff die Gäste begrüßt und „Kofelgschroa“ mit Posaune, Akkordeon und Stimme das Oberammergau an die dänische Grenze singt, macht Juliana Thun einen Abend Pause. Nach dem Eröffnungskonzert im Alsion war es spät geworden. Ein bisschen Schlaf nachzuholen, kann da nicht schaden.

Und nach Folk-Baltica 2016? Folk-Baltica 2017! Der Termin steht schon fest: 13. bis 21. Mai.



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