Flensburg : Geisterfahrer auf der Osttangente: Verletzte und hoher Sachschaden

Der VW krachte in einen Kleinbus der Mürwiker Werkstätten.

Der VW krachte in einen Kleinbus der Mürwiker Werkstätten.

Offenbar fuhr der Mann kilometerweit als Geisterfahrer – und missachtete dabei auch rote Ampeln.

shz.de von
05. Juni 2018, 19:29 Uhr

Flensburg | Ein Geisterfahrer hat auf der Osttangente in Flensburg mehrere Unfälle mit insgesamt fünf Verletzten verursacht. Davon seien zwei Menschen schwer verletzt worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Der Autofahrer war zunächst in die richtige Richtung unterwegs gewesen, bei Rot fuhr er auf eine Kreuzung und rammte dort einen anderen Wagen. Statt anzuhalten, habe er gewendet und sei dann auf der Bundesstraße, deren Fahrtrichtungen durch eine Leitplanke getrennt sind, in der falschen Richtung weitergefahren.

Was genau passiert ist und wie eine offenbar kilometerlange Irrfahrt eines Autofahrers begann, ist noch unklar. Ein Sachverständiger soll die Polizei bei der Rekonstruktion des Unfalls unterstützen.

1,5 Kilometer als Geisterfahrer

Insgesamt habe der Mann eine Strecke von rund 1,5 Kilometern zurückgelegt, sagte der Polizeisprecher. Dabei touchierte er mit seinem Wagen mehrere Autos und krachte schließlich frontal gegen einen Kleinbus. Die Verletzten verteilten sich auf mehrere Autos, der Geisterfahrer war allein in seinem Wagen. Ob er zu den beiden Schwerverletzten zählte, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. Er musste aber von den Rettungskräften aus seinem Auto befreit werden.

Der Fahrer war mit seinem VW Caddy gegen 17.30 Uhr zwischen den Anschlussstellen Adelbylund und Universität als Geisterfahrer auf der Osttangente, bis er frontal mit einem entgegenkommenden Kleinbus der Mürwiker Werkstätten zusammenprallte. Der Kleinbus wurde in den Straßengraben geschleudert und kippte auf die Seite. Der Wagen des Unfallverursachers blieb schwer beschädigt am Fahrbahnrand stehen.

Mehrere rote Ampeln überfahren?

Glücklicherweise war schnell klar, dass der Kleinbus nicht voll besetzt war. Außer dem Fahrer, der sich selbst aus dem Fahrzeug befreien konnte, befand sich keine weitere Person in dem Fahrzeug. Der Fahrer des VW Caddy war in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Neben zwei Rettungswagen und einem Notarzt rückte auch die Berufsfeuerwehr Flensburg aus um den Unfallfahrer aus seinem Fahrzeug herauszuschneiden. Mit schwerem hydraulischen Rettungsgerät konnte der Fahrer schonend aus dem Unfallfahrzeug gerettet und in ein Krankenhaus gebracht werden.

Während der Unfallaufnahme erlangte die Polizei weitere Erkenntnisse zum Unfallhergang. Laut Zeugen soll der Fahrer des VW Caddy bereits auf Höhe der Abfahrt Munketoft entgegengesetzt der Fahrtrichtung auf die Osttangente aufgefahren sein und auf dem Weg in Richtung Adelbylund mehrere Pkw touchiert haben. Diese Verkehrsteilnehmer kamen mit dem Schrecken und beschädigten Fahrzeugen davon. Auch soll der Unfallverursacher womöglich schon vorher mehrere rote Ampeln überfahren haben, bevor die Geisterfahrt begonnen hat.

Die Entnahme einer Blutprobe wurde angeordnet. Ein Sachverständiger wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft für die Unfallaufnahme hinzugezogen. Die Osttangente war für rund zwei Stunden voll gesperrt.

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