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Glücksburg : Geheimnisvolle Klänge im jazzigen Gewand

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Indische Melodien, afrikanische Rhythmen und jazzige Klängen bot das Duo Zia in der Glücksburger Auferstehungskirche.

Ein Konzert wie aus einer anderen Welt erlebten die Zuhörer am Sonntag in der gut besuchten Auferstehungskirche in Glücksburg. Das „Duo Zia“ mit Marcus Rust, Trompete, und Christian Grosch an der Orgel nahm sein Publikum mit auf eine spannende Reise durch einige Jahrhunderte und vor allem durch verschiedene Kontinente.

Da nun ein Flügel vor dem Altar stand, hatten sich die beiden jungen Künstler spontan entschlossen, ihr Konzert zunächst vor den Zuschauern zu zelebrieren, und zwar mit einer längeren Jazz-Improvisation. Schon hier hatte der Hörer das Gefühl, die Töne des weichen Flügelhorns schwebten mit den schaumigen Arpeggien des Klaviers durch den Kirchenraum, Blasinstrument und Klavier verschmolzen bald zu einer sphärischen Klangeinheit.

Dann aber ging es auf die Orgelempore, nicht ohne die Stücke und ihre Bedeutung anzusagen. Unter dem Motto „Ich will den Herren loben alle Zeit“ erklangen nun Psalmmusiken alter Kulturen, die im Laufe des Konzerts mal im alten Gewande mal jazzig-hauchig auch mit der Trompete zu Gehör gebracht worden. Um das Geheimnisvolle der Musik zu wahren, sind die leisen Klänge oft noch mit einem Dämpfer verfremdet worden.

Und so spielten die beiden alte Psalmvertonungen wie einen traditionell jüdischen „Hinematow uma Nahim“, eine griechisch-orthodoxen Psalmodie über den Psalm 135, „Halleluja, lobet den Namen des Herrn“, und reisten bald auch weiter nach Osten, stets mit jazzigen Untertönen vermischt.

Nach der Pause erklangen zunächst ein indischer Bhajan über den 61. Psalm mit dem Namen „Saranam“, bald aber auch ein chinesischer Bhajan. Da die Inder die Tonleitern der abendländischen Musik nicht verwenden, sondern mit feststehenden Melodieformeln, sogenannten „Ragas“, musizieren, eröffnete sich für die beiden ein weites Feld der Improvisation. Und Bhajans selbst sind hinduistische, religiöse Lieder, die es leicht verändert auch in China gibt.

Hier wie dort werden mit einfachen Worten jeweils die Liebe zu Gott besungen, über welche die beiden Musiker mit geheimnisvollen Klängen und afrikanischer Rhythmik sehr eindrucksvoll improvisiert haben. Ohne dass es eigens im Programm stand, improvisierten sie über das Lied „Weißt du wie viel Sternlein stehen“, außerdem Martin Luthers „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“ und über einen Hymnus der Dakota Indianer.

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