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Flensburg Ostufer : Gegenwind für die Hafen-Planung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

WiF will Behandlung im Ausschuss verhindern, SSW die Bahngleise erhalten und den Masterplan Hafen berücksichtigen

shz.de von
erstellt am 01.Sep.2014 | 07:38 Uhr

Schon vor der ersten Behandlung in den zuständigen Gremien formieren sich die ersten Gegner der Pläne für das Hafen-Ostufer. So fordert der Vorstand der Wählerinitiative „Wir in Flensburg“ von der Stadt, die beiden Ratsvorlagen von der Tagesordnung des Umwelt- und Planungsausschusses am Dienstag und der Ratsversammlung am 11. September zu nehmen. Der Grund: ungeklärte Fragen. Der SSW will zumindest an den Bahngleisen festhalten, die im ersten Entwurf zur Disposition gestellt werden.

Unterdessen stellten sich Stadt und Projektentwickler den kritischen Fragen interessierter Bürger vor allem aus dem Lager der Linken und der Grünen. Letztere hatten zu einer öffentlichen Parteiversammlung in den Salon des historischen Fördedampfers „Libelle“ in unmittelbarer Nachbarschaft der Siloanlagen auf dem Grundstück Ballastkai 10/10a eingeladen. Hier erläuterte Stadtplanerin Claudia Takla Zehrfeld den Hintergrund und das Vorgehen der Stadt. Man werde „von Anfang an die Bürger beteiligen“ und werde diese Einbindung „anders strukturieren“. So sollen zunächst die Bürger mit ihren Ideen und Vorstellungen gehört werden; das Ergebnis eines Workshops könne als Basis für einen Wettbewerb dienen. Aus Sicht eines Zuhörer ist es dafür schon zu spät: Durch die Gespräche zwischen der DLG, die die Silos nicht mehr weiter betreiben will, der Stadt und der Firma Bauplan Nord habe der Prozess schon längst begonnen.

Bauplan-Nord-Gründer Torsten Koch ließ offen, wer letztlich den Anstoß zu der großen Idee einer Neubebauung des Silo-Areals hatte. Besucher Gerd Strufe (IG Ostufer) wusste zu berichten, dass DLG die Flächen, an die die Firma laut Pachtvertrag noch 20 Jahre gebunden ist, eigentlich nur loswerden möchte. „Die wollen gar nicht entwickeln. Entwickeln möchte Bauplan Nord.“ Koch indes stellte klar, dass der Projektentwickler, als der er eingebunden ist, nicht automatisch der Investor ist und schon gar nicht der Architekt. Von daher gibt es noch nichts, das man zeigen könnte. Er sprach sich allerdings gegen einen völlig offenen Wettbewerb aus, bei dem man nicht weiß, wer das Ergebnis am Ende umsetzen soll. Dieses Verfahren sei schon im Wohngebiet am Wasserturm gescheitert.

Seine Aufgabe sei es, die unterschiedlichen Anforderungen miteinander in Deckung zu bringen: die der Stadt, der Bürger, der weiteren Hafen-Anlieger und auch der DLG, die ihn beauftragt haben. „Die wollen unter Wahrung ihrer Interessen da raus“ – will sagen: Sie wollen eine Abfindung dafür, dass sie den Pachtvertrag 20 Jahre zu früh beenden.

Die WiF fordert Einsicht in den Pachtvertrag und möchte notfalls den „Heimfall“ des Grundstücks an die Stadt einklagen. Aus WiF-Sicht ist es ein Unding, dass ein Pächter Planungsaufträge für eine Fläche erteilt, die ihm gar nicht gehört. Mit dem SSW ist sich die WiF einig, dass der Masterplan Hafen zu beachten ist, der in einer Schublade des Rathauses schlummert und nach bald zehn Jahren immer noch nicht verabschiedet ist.

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