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„Liebesgrüsse an Moskau“ : Gegen Diskriminierung: Nackte auf Homepage der Uni Flensburg

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Die Universität Flensburg will mit einer Internet-Aktion gegen die Diskriminierung von Homosexuellen in Russland protestieren. Auf der Homepage der Hochschule ist während der Olympischen Spiele jeden Tag ein „Liebesgruß an Moskau“ zu sehen. Zum Beispiel nackte Studenten.

shz.de von
erstellt am 07.Feb.2014 | 16:33 Uhr

Flensburg | Am Freitag, dem Tag der Eröffnung der Olympischen Spiele in Sotschi, startete die Hochschule ihre Aktion mit der Veröffentlichung eines Fotos nackter Studenten auf ihrer Homepage. Bis zum Ende der Spiele werde täglich ein „Liebesgruß an Moskau“ veröffentlicht, sagte Uni-Sprecherin Kathrin Fischer. Die Universität wolle Stellung beziehen zu dem Gesetz über „Homosexuelle Propaganda“, das Russlands Präsident Wladimir Putin 2013 unterzeichnet hatte, hieß es in einer Mitteilung.

Die drei Herren, deren nackte Rückansichten schon am Freitag per Internet weite Verbreitung fanden, waren leider nicht beim Pressegespräch in der Hochschulbibliothek dabei. Dafür aber der Präsident Werner Reinhart, der den Uni-Protest gegen die Homophobie rund um Putins Winterspiele in Sotschi zur Chefsache gemacht hat.

Die Aktion sei nicht ganz unumstritten gewesen in der Universität, sagte Reinhart, aber dennoch vom Präsidium beschlossen worden. Bis zum Ende der olympischen Wettbewerbe am 23. Februar wird die Hochschule täglich auf ihrer Homepage mit einem Foto, einem Zitat, einer Collage oder mit anderen künstlerischen Mitteln „Liebesgrüße an Moskau“ schicken. „Die Initiative kam mitten aus der Hochschule, von einem Dozenten“, erklärte Pressesprecherin Kathrin Fischer. Der wollte aber lieber nicht öffentlich auftreten.

Zum Leitbild der Uni gehörten Vielfalt und Gerechtigkeit, so Reinhart. Dies setze Toleranz voraus. Zudem sei man auf dem Weg zur Europa-Universität, da seien die Rechte von Minderheiten ein zentraler Punkt. Am Freitag kam ein persönliches Anliegen dazu: Als Amerikanist wisse er, dass die amerikanische (und britische) Literatur sehr stark von homosexuellen Autoren und Autorinnen geprägt sei. In der Bibliothek posierte er neben einem Doppelstapel von 184 Büchern mit Werken von rund 50 Autoren, die eher dem eigenen Geschlecht zugeneigt waren: Tennessee Williams, Truman Capote, Evelyn Waugh, Virginia Woolf, Walt Whitman, Oscar Wilde, Somerset Maughan, Allen Ginsbergh und viele viele mehr.

Die Beiträge kommen aus der gesamten Hochschule; per Mail habe man alle Dozenten, Mitarbeiter und Studierenden kontaktiert, so Kathrin Fischer, und es seien sogleich viele Rückläufe gekommen, aus denen man jetzt jeden Tag einen auswähle und auf die Seite stellen. Bedingung war, so Reinhart, dass die Autoren auf den Beiträgen nicht zu identifizieren sind. „Da haben wir unsere Fürsorgepflicht“, erklärte er.

An der Universität gebe es zwar keine Schwulen- und Lesbengruppe und auch kein entsprechendes Asta-Referat, sagte die Sprecherin. Die homosexuellen Mitarbeiter und Studierenden machen nicht viel Aufhebens daraus, es gehöre zum Alltag und sei Normalität. Bibliotheksleiter Eichler verwies darauf, dass eine Hochschule eine toleranterer Raum sei als beispielsweise die Bundeswehr – oder auch die Fußball-Bundesliga.

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