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Flensburg : Gegen den Trend: Bibliothek im Höhenflug

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Jahresbericht 2015 glänzt mit guten Zahlen. Immer mehr Flüchtlinge nutzen die Einrichtung.

Flensburg | Die Stadtbibliothek trotzt dem Trend. Während Büchereien bundesweit mit empfindlichen Rückgängen bei den Entleihungen zu kämpfen haben, verzeichnet Flensburg sogar einen leichten Aufwärtstrend. „Das habe ich so nicht erwartet“, sagt Leiterin Ute Kaminski positiv überrascht.

Die Entwicklung ist nicht zuletzt auch auf die große Zahl von Asylsuchenden zurückzuführen, die die Einrichtung ganz oben in der Flensburg-Galerie rege in Anspruch nehmen. Drei Viertel davon sind noch minderjährig. Sie werden von einem Willkommenstisch mit Sprachhilfen empfangen, freuen sich über freies W-Lan und besetzen die Arbeitsplätze in der Medienwerkstatt; dort können sie auf die Hilfe von Sprachpaten bauen. Bis zu 60 Flüchtlinge nutzen täglich die Angebote und die hohe Aufenthaltsqualität der Stadtbibliothek. „Sie sind alle sehr erpicht darauf, die deutsche Sprache zu erlernen“, sagt Ute Kaminski. Sie selbst und ihre Mitarbeiter aber sind ebenso gefordert. „Noch nie haben wir hier so viel Englisch gesprochen, auch Französisch-Kenntnisse sind von Vorteil.“ Drei mehrsprachige Medienboxen wurden im letzten Jahr an verschiedene Flüchtlingseinrichtungen übergeben. Für Ute Kaminski ein Indiz für die wachsende gesellschaftspolitische Bedeutung der Stadtbibliothek.

Der Bestand konnte gegenüber dem Vorjahr um 1540 Medien erweitert worden, audiovisuelle Medien machen davon etwa ein Viertel aus. 350  000 Besuche wurden 2015 verzeichnet – auch eine deutliche Steigerung um fast 40  000. Die Zahl der aktiven Leser bleibt mit gut 10  000 stabil.

Der feuerrote Bücherbus stößt auf große Resonanz, hier gab es über 50  000 Besuche. „Sehr schön, dass die Kitas und viele Schulen regelmäßig dabei sind“, betont Ute Kaminski. „Das ist einfach wichtig für die Leseförderung.“ Der Bus stoppt an 101 Haltestellen im gesamten Stadtgebiert, auch die Randgebiete sind gut versorgt.

Das Internet und die digitale Medien spielen eine immer größere Rolle. Das zeigt die hohe Zahl an virtuellen Besuchen. 313  500 Mal wurde der Katalog online geklickt. Mit einem Leseausweis kann man auf rund 48  000 Titel der „Onleihe-zwischen-den-Meeren“ zurückgreifen.

Großer Beliebtheit erfreuen sich nach wie vor die verschiedenen Veranstaltungen – 75 an der Zahl: Lesungen, Führungen, Vorträge. Ute Kaminski sieht sich und ihr Team auf einem guten Weg.

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erstellt am 16.Apr.2016 | 12:00 Uhr

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