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Stadion und Volkspark Flensburg : Gedenklauf: Erinnerung an Mert Can

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zwei Frauen wollen ein Zeichen gegen die zunehmende Gewalt in der Gesellschaft setzen.

shz.de von
erstellt am 28.Jul.2017 | 12:14 Uhr

Es war eine Tat, die im April dieses Jahres ein riesiges Echo in der Flensburger Öffentlichkeit hatte: In der Nacht vom 15. auf den 16. April wurde der 20-jährige Mert Can Altunbas, ein türkisch-stämmiger Flensburger, vor dem Haus seiner Eltern in Klues erstochen. Sein Tod löste eine Welle der Anteilnahme in der Stadt aus, die weit über die große Familie und den Freundeskreis des Opfers hinaus ging. Jetzt organisieren seine Cousine und seine Tante am Sonntag, 30. Juli, im Flensburger Stadion und im Volkspark einen Gedenklauf für Mert Can Altunbas.

Damit wollen die beiden Frauen, Birgül Güngör und Hikmet Yilderim, nicht nur an ihren Cousin und ihren Neffen erinnern, sondern gleichzeitig ein Zeichen gegen die zunehmende Gewalt in der Gesellschaft setzen. Denn kurz vor seinem Tod hatte Mert Can noch zusammen mit dem AAK-Jugendzentrum ein Projekt für junge Flüchtlinge über den Umgang mit Gewalt initiiert und auf den Weg gebracht. „Das möchten wir mit dieser Aktion fortsetzen“, sagt seine Cousine Birgül Güngör. Der Lauf am Sonntag steht unter dem Motto „Ein Schritt zur Gerechtigkeit – für Mert Can“. Ziel des Laufes sei es vor allem, ein Zeichen zu setzen und an Mert Can zu gedenken.

Jeder ist eingeladen und aufgefordert, dabei zu sein und mitzumachen – nicht nur die zahllosen Freunde Mert Cans. Es handelt sich nicht um einen Wettbewerb: Zeiten werden nicht gemessen, es gibt auch keine Urkunden und keine Siegerehrung. „Egal ob man läuft oder walkt – Hauptsache man ist dabei“, betonen die beiden Frauen.

Um zehn Uhr treffen sich Organisatoren und Akteure, um 11 Uhr geht es los. Die Strecke, die man gehen oder laufen soll, ist vier Kilometer lang und führt vom Stadion durch den Volkspark und wieder zurück. Statt einer Startnummer können sich die Teilnehmer den Satz „Ich laufe für . . .“ ans Shirt heften. Es sei durchaus möglich und erwünscht, auch die Namen anderer Personen zu ergänzen, an die man gedenken möchte. Die Organisatoren haben 170 passende T-Shirts bestellt, die am Lauftag verteilt werden.

Die sportliche Gedenkaktion soll weiter gehen. Am 22. September ist ein Fußballturnier für Jugendliche in Zusammenarbeit mit den Sportpiraten geplant.

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