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Flensburger Tageblatt

18. Oktober 2017 | 21:08 Uhr

Gedenken an den deutschen Überfall

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Kronprinzessin Mary legt einen Kranz nieder zur Erinnerung an die sieben am 9. April 1940 getöteten Soldaten von Seegard-Lager

von
erstellt am 09.Apr.2015 | 19:14 Uhr

Das öffentliche Leben in Dänemark und damit in Nordschleswig wird vom Gedenken an den deutschen Überfall auf Dänemark und Norwegen im Zweiten Weltkrieg bestimmt. Vor 75 Jahren, am 9. April 1940, hatte die deutsche Wehrmacht die Grenze nach Norden überschritten und die beiden skandinavischen Staaten ohne große militärische Auseinandersetzungen besetzt.

Kronprinzessin Mary kam zur Gedenkfeier in Søgårdlejren an der Landstraße zwischen Flensburg und Apenrade. Soldaten des Seegaard-Lagers waren an zwei Gefechten mit den deutschen Soldaten beteiligt. Am 9. April 1940 um 4.50 Uhr kam es vor 75 Jahren zum ersten militärischen Zusammenstoß bei Lundtoftbjerg – die letzten Schüsse fielen um 9.45 Uhr bei Bjergskov. Bei diesen Kämpfen starben sieben dänische Soldaten des Seegaard-Lagers.

In Hadersleben wurde ebenfalls der toten Soldaten gedacht, die sich – zwei Stunden nach der Kapitulation durch die dänische Regierung – noch der Besetzung widersetzten. An den 75. Jahrestag erinnerte auch Furesø Kommune in Nordseeland, denn bei einem deutschen Luftangriff kamen auf dem damaligen Flugplatz Værløse zwei Offiziere ums Leben. Insgesamt starben bei Kämpfen mit der deutschen Besatzungsmacht 16 dänische Soldaten am 9. April, außerdem gab es mehrere zivile Opfer zu beklagen.

Die Kronprinzessin wurde in dem Trainingslager der dänischen Heimwehr von Historikern empfangen, die ihr die geschichtlichen Ereignisse um das Seegaardlager am 9. April 1940 erläuterten. Danach folgte die Kranzniederlegung am Denek-Obelisken, sowie ein abschließender Gedenkgottesdienst in der Turnhalle des Seegaardlagers. Zudem hatte Prinzessin Mary sich die historische Sammlung des Hjemmeværnsdistrikts Syd & Sønderjylland angeschaut und nahm sich danach Zeit, um sich auch die beiden vor dem Gebäude aufgestellten Oldtimer-Motorräder anzuschauen: eine dänische Nimbus, Jahrgang 1936, und eine deutsche BMW-Maschine, Jahrgang 1938. „Mit eben solchen BMW-Motorrädern kamen die deutschen Soldaten am 9. April 1940 über die Grenze“, erklärte Søren Ole Sejersen aus Kerteminde. Beide Motorräder gehören ihm und die Heimwehr hatte ihn gebeten, sie zur Gedenkfeier auszustellen. „Das habe ich doch gern gemacht“, so der Sammler. 

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