Restaurants in Flensburg : Gastgewerbe ächzt unter Problemen

Viel zu tun: Monika Mäder vom gleichnamigen Restaurant nimmt Speisen von Küchenchef Danny Cherif entgegen.
Viel zu tun: Monika Mäder vom gleichnamigen Restaurant nimmt Speisen von Küchenchef Danny Cherif entgegen.

Die Zukunft sieht düster aus: Immer weniger junge Leute beginnen in Flensburg eine Ausbildung im Gastgewerbe. Damit ist ein neuer Tiefpunkt der jüngeren Vergangenheit erreicht.

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07. Januar 2015, 12:00 Uhr

Sinkende Umsätze, weniger Beschäftigte, Konkurrenz durch Fertigprodukte – das Gastgewerbe zeigt seit einigen Jahren besorgniserregende Tendenzen. Die Probleme sind keineswegs der konjunkturellen Lage geschuldet, sondern eine Mischung vor allem aus den Arbeitsbedingungen, geändertem gesellschaftlichen Freizeitverhalten, Konkurrenz durch die Lebensmittelindustrie, behördlichen Auflagen und mangelnder Wertschätzung seitens der Gäste.

Dies ist das Ergebnis einer umfangreichen Recherche dieser Zeitung. Die Zukunftsprognose sieht düster aus: Lediglich fünf Köche und eine Restaurantfachkraft haben nach Angaben der Industrie- und Handelskammer bis Ende August im Flensburger Stadtgebiet eine Ausbildung im Gastgewerbe begonnen. Damit ist ein neuer Tiefpunkt der jüngeren Vergangenheit erreicht. Zudem hat vergangenes Jahr jeder fünfte Auszubildende im Gastgewerbe seine Lehre vorzeitig beendet.

Nicht zuletzt deshalb kommt Axel Schmüser, Inhaber des Hotel Wassersleben, zu dem Schluss: „Die Suche nach Auszubildenden in der Branche hat sich in ein paar Jahren erledigt, dann gibt es wegen der geburtenschwachen Jahrgänge keine mehr.“

Doch nicht nur die Azubis, auch die Gesamtzahl der Mitarbeiter im Gastgewerbe ist rückläufig. Unmittelbar betroffen davon ist auch die regionale Tourismusbranche, deren wichtigste Stütze das Gastgewerbe ist. Rund 6000 Beschäftigten bietet der hiesige Tourismus eine Vollzeitstelle, die nicht exportierbar ist.

Dass die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen dennoch wenig Grund zur Freude gibt, liegt offenbar insbesondere an den Arbeitsbedingungen. Überstunden, Arbeiten nach der Berufsschule und ein vergleichsweise geringer Lohn sind für Azubis keine Seltenheit.

Doch es gibt durchaus Betriebe in Flensburg und Umgebung, bei denen es anders läuft. „Qualität ist entscheidend“, sagt Alfred Mäder, Mitinhaber der Restaurants Mäder’s und Jessen’s Fischperle. „Qualität beim Personal und bei den verarbeiteten Lebensmitteln spielen eine entscheidende Rolle.“

Daher begrüße er auch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns, der seit dem 1. Januar gilt. Die Mehrheit seiner Branchenkollegen in der Region ist anderer Meinung.

Einen großen Report zu diesem Thema finden Sie in der heutigen Ausgabe unserer Zeitung.

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