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Sorgen im Norden : Gasgeruch! Unruhe am Klueser Weg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stadtwerke schließen Leck in der Druckleitung aus / Stromkabel könnte Ursache sein / Anlieger verspürten ein Vibrieren im Untergrund

shz.de von
erstellt am 28.Apr.2015 | 08:35 Uhr

Es war 16.35 Uhr, als Bewohner des Hauses Kueser Weg 1a und 1b gestern plötzlich einen deutlichen Gasgeruch wahrnahmen. Sie machten zu diesem Zeitpunkt eine Hausbegehung mit Torben Andersen von der gleichnamigen Hausverwaltung. Es war nicht nur der Geruch, der den Anwohnern Sorge bereitete. „Man hatte das Gefühl, dass die Steine vor dem Haus anfingen zu vibrieren“, berichtet Karin Raatz. Man habe in diesem Moment Angst vor einer Explosion der unter der Erde verlaufenden Druckgasleitung gehabt.

Doch dann seien sie von den Feuerwehrleuten beruhigt worden. „Das Gas stinkt nicht, hat man uns gesagt – vielmehr sei es die Ummantelung eines Stromkables, die in Brand geraten sei und den Geruch ausgelöst habe“, berichtet Heiko Dotschidas. Er wohnt am Ende des Klueser Weges, Ecke Querstraße. „Der ganze Straßenzug war betroffen“, sagt er. Überall habe das Licht geflackert. „Bei vielen ging es abwechselnd an und aus.“ Bei ihm selbst habe das Telefon nicht aufgehört zu klingeln. „Offenbar ein Kurzschluss.“ Da zog Dotschadis kurzerhand den Stecker.

Er gehört der Bürgerinitiative an, die seit Jahren gegen die Verlegung der Erdgasleitung durch das Wohngebiet protestiert. „Wir haben alle Risiken aufgezählt“, erinnert er. Trotz guter Argumente sei die Klage vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig gescheitert, bedauert er. Ihm ist das Wohnen im Klueser Weg inzwischen gründlich verleidet worden. „Vor fünf Jahren ging es hier los. Fernwärme, Wasser, Abwasser – schließlich die Gasleitung.“ Immer wieder sei die Erde aufgerissen worden. „Seitdem haben wir hier eine Baustelle. Und jetzt das!“

Die Stadtwerke indes schließen mit „nahezu hundertprozentiger Sicherheit aus“, dass Gas aus der Druckrohrleitung die Ursache für die Geruchsemissionen im Klueser Weg sind. „Das Gas ist nämlich geruchslos“, sagte gestern Abend Stadtwerke-Sprecher Peer Holdensen. Als Anwohner sich bei den Stadtwerken gemeldet hatte, habe einen Gasmonteur und einen Elektriker losgeschickt, so Holdensen. „Wir prüfen, ob ein Kabel die Ursache der Gerüche sein kann.“ Rein vorsichtshalber und mit Blick auf die besondere Sensibilität beim Thema Gasleitung habe man die Berufsfeuerwehr gebeten, die Straße abzusperren.

Die Gasleitung , die in der Nähe von Ellund von der Hauptleitung Deudan abzweigt, wird benötigt, um den in Bau befindlichen Kessel 12 der Stadtwerke, die das Kraftwerk erheblich modernisieren wird, mit Brennstoff zu versorgen.

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