Ganze Bandbreite des Barock in ungewöhnlicher Besetzung

 Gut eingespielt: (v.l.) Isabelle Raphaelis, Enrico Raphaelis, Dorle Schneider, Manon Raphaelis  (vorn) und Martin Schneider. Foto: Raddatz
Gut eingespielt: (v.l.) Isabelle Raphaelis, Enrico Raphaelis, Dorle Schneider, Manon Raphaelis (vorn) und Martin Schneider. Foto: Raddatz

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22. Mai 2013, 03:59 Uhr

Brodersby | Pfingsten, damit verbindet man gemeinhin Erleuchtung, Klarheit, blühende Natur und Ausflüge ins Grüne. All dies konnten die zahlreichen Besucher miteinander verknüpfen, die sich in der kleinen St.-Andreas-Kirche zu Brodersby an der Schlei eingefunden hatten, um dem Pfingstkonzert der "Mozart-Concertisten" zu lauschen. In ungewöhnlicher Kombination trat diesmal das bewährte Ensemble um Martin Schneider auf, der ausnahmsweise ein Violoncello statt des gewohnten Kontrabasses spielte.

Reine Barock-Musik bekannter und weniger bekannter Komponisten stand auf dem Programm, auf dem bei den Mitwirkenden der Name Raphaelis gleich dreimal zu lesen war. Enrico Raphaelis, bekannter und brillanter Solo-Oboist des Landesorchesters, hatte seine beiden Töchter zur Seite, die inzwischen eigene musikalische Wege gehen. Isabelle Raphaelis, Querflöte, durfte mit einem exquisiten Solo-Stück von Bach-Sohn Carl Philipp Emanuel ihr Können beweisen. Sensibel spürte sie der empfindsamen, variationsreichen "Sonata a-moll" nach, leichtfüßig-verspielt mit einem Hauch von Melancholie und einem sehr persönlichen Ausdruck. Barock-Musik von Johann Joachim Quantz, wie sie einst am Hofe Friedrichs des Großen erklang, wo die Flöte, die der "alte Fritz" ja gut und gerne selbst spielte, im Mittelpunkt stand, wechselte sich ab mit einer Komposition voller versteckter Überraschungen des Österreichers Johann Joseph Fux.

Die bevorzugten Komponisten für Manon Raphaelis, Sopran, waren Telemann und seine Kantate "Über Fluch und Gnade" und Händels deutsche Arie "Süße Stille, sanfte Quelle". Manons samtiger Sopran, der auch in der Höhe weich agiert, malte beschwingt, sanft und anrührend Telemanns Gotteslob und Händels Lobpreis der Natur in genau der zarten Schlichtheit, die diese Werke zu einem besonderen Hörgenuss machten.

Ein wohltuend zurückhaltendes Continuo bildeten Dorle und Martin Schneider an Cembalo und Violoncello.

Den munteren Abschluss dieses Konzert-Abends lieferte Antonio Lotti, gebürtiger Venezianer, mit seinem typisch italienischen "Barock-Sound" voller Klarheit und Lebensfreude.

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