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Handewitt : Ganz schnelles Internet für Handewitt

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Die Gemeinde bereitet den Ausbau mit Glasfaserkabeln vor. Gut die Hälfte der 6,2 Millionen Euro teuren Investition kommt aus Fördermitteln.

shz.de von
erstellt am 07.Okt.2017 | 15:25 Uhr

2012 freute sich die Gemeinde Handewitt über eine Internet-Versorgung, die 97 Prozent der Haushalte eine Übertragungsrate von zumindest zwei Megabit in der Sekunde bescherte. Doch die Technologie ist schnelllebig, der damalige Ausbaustand nach nur fünf Jahren wieder „Steinzeit“. Bürgermeister Thomas Rasmussen spricht nun von einem „Quantensprung“ durch den Ausbau, den die Kommune selbst in Angriff nimmt und der eine längere Konkurrenzfähigkeit der Internetgeschwindigkeit verspricht. Rund 1000 als unterversorgt geltende Haushalte (unter 50 Megabit) sollen dadurch mit einem Schlag auf mehrere hundert Megabit gehievt werden. Die Kosten: geschätzte 6,2 Millionen Euro. Ein Förderprogramm wird 3,2 Millionen Euro zuschießen.

Seit letztem Herbst haben Verwaltung und Kommunalpolitik das Thema „Breitband“ auf der Agenda. „Heute hat jeder Haushalt fünf bis sechs internetfähige Geräte“, betont Thomas Rasmussen die Notwendigkeit des Ausbaues. Eine Untersuchung ermittelte etliche Rand- und Außenlagen, aber auch einige gar nicht so alte Wohngebiete in Handewitt und Jarplund als „unterversorgt“. Das Betreiber-Modell sieht vor: Die Gemeinde lässt Glasfaserkabel bis zu den Häusern legen und verpachtet die neue Infrastruktur an einen Dienstleister.

Mitte August traf die gute Nachricht ein: Das Bundesförderprogramm „Breitband“ unterstützt Handewitt. Der stellvertretende Bürgermeister Friedrich Reese war in Berlin zu einer Feierstunde. „Da waren mehrere Gemeinden vertreten, die ganz ähnlich strukturiert sind wie wir“, erzählt er. Der Kommunalpolitiker hörte von Überlegungen, die Anschlüsse für die betroffenen Bürger gratis zu installieren. Eine Anschlussquote von 50 Prozent wäre erforderlich, damit die Kalkulation aufgeht.

Die Höhe der Investitionen sorgte auf der Geest auch für eine nachdenkliche Phase. „Wir hatten ein paar Sorgen wegen der Riesensumme, aber die Verwaltung hat gut vorgearbeitet“, meint Hauptausschuss-Vorsitzender Marx Plagemann. „Ein schnelles Internet gehört heute genauso zur Lebensqualität der Bürger wie Schulen, Kindergärten und Straßen.“

Der Hauptausschuss gab für das Millionen-Vorhaben bereits grünes Licht. Am 11. Oktober soll der Gemeinderat nun nachziehen. Die Ausschreibung für Tiefbauarbeiten und Netzbetreiber soll dann in die Wege geleitet werden. Mehrere Info-Veranstaltungen für die Bürger sind geplant. Vor der Umsetzung soll ein Beratungsbüro die wirtschaftliche Machbarkeit nochmals bewerten. Für Sommer 2018 ist der Baubeginn vorgesehen. Um jedes Einzelgehöft anzuschließen, müssten in der Gemeinde Handewitt 367 Kilometer Glasfaserkabel verlegt werden.

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