Geschäftswelt : Galerie wieder unter neuer Regie

Flensburg-Galerie: Die Besitzerin Credit Suisse holt jetzt einen neuen Betreiber ins Boot. Die Laden-Pächter hoffen auf einen besseren Branchen-Mix. Foto: Dommasch
Flensburg-Galerie: Die Besitzerin Credit Suisse holt jetzt einen neuen Betreiber ins Boot. Die Laden-Pächter hoffen auf einen besseren Branchen-Mix. Foto: Dommasch

Nur drei Jahre nach Eröffnung der Flensburg-Galerie hat ihre Besitzerin Credit Suisse Asset die Pferde gewechselt. Der Einzelhandel verbindet Hoffnung mit dem neuen Betreiber.

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26. November 2009, 10:12 Uhr

Flensburg | Die bisherige Betreibergesellschaft, DTZ Zadelhoff Tie Leung, steigt zum Jahresende aus, die Hamburger "Koprian IQ" steigt ein.

So richtig Ruhe war nie eingekehrt in dem - unter örtlichen Einzelhändlern - umstrittenen Einkaufszentrum in der City. Nach den ursprünglichen Plänen sollte die beim Bau der Galerie verantwortliche Projektfirma Trigon aus Berlin Betreiberin werden. Daraus wurde jedoch nie etwas. Stattdessen brachte die Credit Suisse ihren eigenen Betreiber mit, nachdem die Großbank 2003/2004 als Investor eingestiegen war. Der wechselte allerdings in schneller Reihenfolge seine Center-Manager. Der erste musste gehen, nachdem die pompöse Eröffnungsfeier den Werbeetat der neuen Galerie erheblich angefressen hatte. Drei weitere folgten - aber erst unter dem aktuellen Center-Manager Tarek Abbady sei es gelungen, die Leerstände im Bereich der Mall und der Büros abzubauen.
Konzentration auf den nationalen Markt

Auf einer Gesellschafterversammlung Anfang November nun wurde den Mietern der Wechsel mitgeteilt und mit dem Auslauf des Vertrages mit der Credit Suisse begründet. Der neue Betreiber wird von den Einzelhändlern in der Galerie anscheinend mit überwiegend positiven Erwartungen gesehen. Koprian habe lange Zeit in leitender Position für den Marktführer ECE (Michael Otto) gearbeitet und gelte als hervorragend vernetzt. Zugleich wird positiv gesehen, das Koprian sich als junges Unternehmen auf den nationalen Markt konzentriert. DTZ sei ein global Player mit einer winzigen Dependance am Rande Deutschlands gewesen. "Wir sind zuversichtlich, dass der Wechsel die Flensburg-Galerie voran bringen wird", sagt ein Einzelhändler aus der Mall.

Kritisiert wurde in der Vergangenheit immer wieder der Branchenmix. Was Trigon als hochwertige und einmalige Einkaufswelt angekündigt hatte, war stets hinter den Erwartungen zurück geblieben.

Andrea Hegenbarth, Leiterin des Koprian-Centermanagements, steckt mitten in der Bestandsaufnahme. "Für Prognosen ist es noch zu früh", sagt Hegenbarth. "Wir sind erst im Oktober von der Credit Suisse beauftragt worden." Zurzeit schauen die Hamburger auf die Zahlen - auf die des Objektes und des Flensburger Einzelhandels. Darauf soll, möglichst bald, ein Konzept folgen, in dem möglichst auch der örtliche Einzelhandel seinen Platz hat. In Trier funktioniert das bereits, sagt Andrea Hegenbarth. Bei der 2008 eröffneten Trier-Galerie - auch sie ein Credit-Suisse-Investment - war Koprian von Beginn an Betreiberin und sitzt mit dem Einzelhandel an einem Tisch.

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