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Mario Barth in Flensburg : Gags am Fließband und ein Selfie mit Super-Mario

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Comedian Mario Barth begeisterte sein Publikum – auch ohne viel Tiefgang

Begleitet von grellen Lichtern und viel Nebel erscheint Mario Barth auf der Bühne der Flens-Arena. Beginnt seine über zwei Stunden dauernde Show mit ein paar lockeren, aber nicht wirklich einfallsreichen Sprüchen über das Gemüt der Norddeutschen: „Flens und Punkte, das ist es doch, was euch beschäftigt!“ Die Zuschauer applaudieren, der Comedian nickt.

Wenige Plätze sind noch frei, als der selbsternannte „größte Paartherapeut der Galaxis“ dann anfängt, seinem Publikum eindringlich und mit wildem Gestikulieren zu erklären, dass seine Freundin eigentlich ja so viel schlauer sei als er. Schließlich hat sie studiert. So richtig, mit Abschluss sogar. Und trotzdem schaffte sie es bei einem Zoobesuch nicht, ein Nilpferd von einem Nashorn zu unterscheiden. Er schon!

Und schlimmer noch: Die Freundin, die er ständig „The Brain“ nannte, beharrte darauf, Recht zu haben. Einzelne Zuschauer lachen schon hier hysterisch. „Männer können einfach zugeben, wenn sie mal falsch liegen“, sinniert Barth grinsend von der Bühne herab. „Aber ihr Frauen schafft das nicht.“ Das Publikum johlt ihm dabei zu und klatscht laut – anscheinend kennen so einige der Anwesenden das Phänomen.

Ähnliche Reaktionen ruft auch sein Appell hervor, Männer mögen doch ab sofort immer einen Einkaufszettel schreiben. Anscheinend können sie sich nämlich grundsätzlich nicht mehr als drei Sachen auf einmal merken. Schuld daran sei, laut Barth, schlichtweg die Natur. Denn, so auch der Name seines Programms, „Männer sind bekloppt, aber sexy“. Die Zuschauer lachen lauthals, Frauen streicheln ihren Partner mitfühlend schmunzelnd über den Arm – der Comedian scheint genau den Nerv des Publikums zu treffen.

Mario Barth läuft immer wieder schnell die Bühne auf und ab und erzählt seine Anekdoten unter großem Einsatz seines ganzen Körpers. Die Arme wirft er ständig hektisch über den Kopf und bisweilen, wenn er das Wesen der Frau so gar nicht mehr erklären kann, schlägt er sich selbst ungläubig ein paar Mal mit der flachen Hand auf die Wange. Dazu starrt er einfältig in den Zuschauerraum. Und bei allem versucht er auszustrahlen: Ich bin einer von euch. Auch einfach nur ein Mann, unschuldig und unwissend den Frauen ausgesetzt.

Tiefgehende Gedanken gibt der elffache Comedy-Preis-Gewinner nicht preis, dafür aber, dass „jede Frau auf 50 Shades of Grey steht“, man aber nicht ausprobieren sollte, es daheim mit der Freundin nachzuspielen. Das aufgekratzte Publikum feiert Barth dafür mit schallendem Gelächter. Er selbst muss auch immer wieder über seine eigenen Geschichten gackern. „Pass auf!“, versucht er sich und seine Fans dann zu beruhigen, wenn er zum dritten Mal total überdreht eine Anekdote ansetzt. Und „Kennste?!“ ruft er begeistert, wenn ihm der Abschluss endlich gelang.

Die ständigen Wiederholungen und Übertreibungen stören die ausgelassenen Fans nicht, gemeinsam lachen sie sich mit Barth in einen Rausch.

Für ein finales Foto hüpft er zu seinen Anhängern hinunter, stoppt noch für ein Selfie mit ein paar Frauen, die er fast schon zärtlich mit „Mäuschen“ anspricht und gibt eine Kostprobe seines neuen Bühnenprogramms.

Das sehenswerte Feuerwerk am Ende wird vorher schon mehrfach von Barth groß angekündigt. „Vorsicht in den ersten Reihen!“, warnt er die Zuschauer noch vor Verbrennungen, denn „ohne Publikum wär’s scheiße!“



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erstellt am 15.Mai.2017 | 06:38 Uhr

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