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Flüchtlinge in Flensburg : Fußball und Turnen mit Übersetzung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Das Gesundheitssystem verkraftet die Versorgung für Flüchtlinge. Die Sportpiraten machen Bewegungsangebote für Neuangekommene.

Flensburg | Die mehr als 800 Flensburger Flüchtlinge im Asylverfahren stellen für das regionale Gesundheitssystem keinerlei Gefahr dar. Diese Auffassung hat Krankenhausdirektor Christian Peters von der Diako im Sozialausschuss gezogen: „Die medizinische Versorgung von Flüchtlingen in Stadt und Kreis ist zurzeit vollumfänglich und auf hohem Niveau sichergestellt“, so Peters. Und das Ganze bei bislang überschaubaren Kosten: Zwischen September und November seien im Klinikverbund Diako  /  St. Franziskus 57 Geflohene nach dem Asylbewerberleistungsgesetz versorgt worden. Die Kosten lägen bei 53  000 Euro. Flüchtlingen im Verfahren steht eine eingeschränkte Gesundheitsversorgung im Notfall zu: „Alles, was aufschiebbar ist, wird nicht behandelt“, erklärt der Diako-Direktor.

Auch sei der Import von Infektionserkrankungen durch Flüchtlinge ausgesprochen selten. Ein Risiko gebe es nur bei engem Kontakt und unzureichendem Impfschutz. „Wir sind nicht durch Asylbewerber gefährdet, sondern die durch uns.“ Jedenfalls sei eine Gefährdung der Bevölkerung in keiner Weise absehbar. Unser Gesundheitssystem sei stabil, quantitativ und qualitativ hochwertig: „Wir sind überversorgt.“ Diese zusätzliche Anstrengung schaffe man, ohne dass die Qualität spürbar leide.

Unterdessen haben die Sportpiraten ein Sportangebot für Geflohene in der Stadt aufgebaut. Ganz neu: „Einmal in der Woche halten wir ein offenes Bewegungsangebot für Mütter und Kinder dienstags in der Zeit von 11 bis 13 Uhr in der Sporthalle Schloßstraße vor“, sagt Dirk Dillmann von den Sportpiraten – das ist die alte Paulus-Paulsen-Schule. Eine weitere Hallenzeit habe man in der Hinterhand. Das Angebot soll in erster Linie Familien mit Kindern ansprechen, die noch keinen Kindergartenplatz haben.

Außerdem gibt es mittlerweile vier Mal in der Woche offene Sporthallen. In der Regel kommen bis zu 50 Jugendliche, junge Erwachsene, überwiegend Flüchtlinge und spielen zum Beispiel Fußball oder Basketball. Der Spielmodus wird auf Deutsch erklärt – und dann für Syrer auf Arabisch und für Afghanen auf Farsi übersetzt. Vergangenen Sonnabend gab es zudem ein „Mitternachtsturnier“ mit sechs Teams ab 20 Uhr in der HLA.

Auch für Weihnachten laufen bereits Planungen: „Am 26. und 27. Dezember veranstalten wir zusammen mit der Flüchtlingshilfe Fußballturniere in der Soccer Arena“. Am 2.  Weihnachtstag startet ein Einladungsturnier für die Sponsoren aus der regionalen Unternehmerschaft (Einlass 12.30 Uhr – Turnierbeginn 13.30 Uhr), und am 27. Dezember steigt der „Kids Cup“ (Einlass 12.30 Uhr, Beginn 13.30 Uhr) – ein offenes Turnier für Kinder und Jugendliche.

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erstellt am 07.Dez.2015 | 18:46 Uhr

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