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Volkshochschule Glücksburg : Furcht vor dem Fördermittel-Schwund

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Volkshochschule Glücksburg: Leiterin Dagmar Kuhlmann will auf die Unterstützung der Stadt nicht verzichten.

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2014 | 10:09 Uhr

„Bricht die städtische Unterstützung weg, zahlen auch Kreis und Land nichts mehr“, sagt Dagmar Kuhlmann nachdrücklich. Die Leiterin der Volkshochschule Glücksburg bezieht sich damit auf die Überlegung des Stadtvertreters Burkhard Repenning (LWL), der vorgeschlagen hatte, die Förderung der VHS einzustellen. „Wir sind auf die städtische Förderung angewiesen“, betont Kuhlmann. In diesem Jahr muss die Glücksburgerin nun nicht mehr mit der Streichung der Mittel rechnen. Die Stadtvertreter haben sich für 2014 gegen diese Möglichkeit ausgesprochen.

Zusätzlich zu den Einnahmen durch die Kursgebühren erhielt die Einrichtung im vergangenen Jahr rund 4000 Euro Fördermittel. Die Hälfte der Summe gab die Stadt Glücksburg dazu. Die andere Hälfte stammten vom Kreis Schleswig-Flensburg und dem Land Schleswig-Holstein.

„Ich weiß zu Beginn eines Semesters nie, wie viel Geld mir zur Verfügung steht“, erklärt Kuhlmann. Gut ein Euro gäben Land und Kreis je Unterrichtseinheit dazu. Doch letztlich bestimme die Höhe des Fördertopfes die Höhe der einzelnen Förderbeträge, die den elf Volkshochschulen im Kreis gezahlt würden.

Im vergangenen Jahr haben die Dozenten 1093 Unterrichtseinheiten (eine UE dauert eine Dreiviertelstunde) gegeben. 461 weibliche und 151 männliche Teilnehmer haben das Angebot genutzt. Nach Angaben Kuhlmanns sind die Nutzerzahlen stabil.

Themen-Trends versucht die Lehrerin für Germanistik, Englisch und Psychologie aufzugreifen. So nähmen die Gesundheitsangebote deutlich mehr Raum ein als früher, sagt Kuhlmann und weist auf das wachsende Interesse an Handarbeiten hin. Einer der Dauerbrenner in dem VHS-Angebot sind die Englischkurse. Drei Fortgeschrittenen-Gruppen halten Kuhlmann und einer weiteren Dozentin die Treue. Kuhlmann: „Anfängerkurse haben wir in Englisch gar nicht.“ Ein anderer Dauerbrenner ist der Männer-Kochclub um Jürgen Sauermann. Aber auch der Zeichenkursus des Glücksburger Künstlers Siegbert Amler hat bereits vor Jahrzehnten Menschen an das Sehen und Zeichnen herangeführt.

Immer beliebter sind Wochenendkurse wie die Vorbereitung auf die Fischereischeinprüfung, Schnuppersprachangebote oder auch der Goldschmiedekurs. Den hätte ein Paar dazu genutzt, seine Eheringe selbst zu schmieden.

„Ob Kurse gut laufen, ist immer eine Überraschung“, sagt Kuhlmann, die 1986 mit einem Literaturkreis an der VHS Glücksburg begonnen hat. Gespannt ist sie immer wieder aufs Neue, welcher Kursus im aktuellen Semester ankommt und welcher vielleicht floppt.

Um neben dem großen Nachbarn Flensburg und dessen Bildungsangebot bestehen zu können, legt die aus Münster (Westfalen) stammende Frau Wert auf Qualität, wie sie sagt. „Ich lasse mir von jedem Dozenten die Zertifikate zeigen.“ Doch auch das eigene Programmheft hält Kuhlmann in Nachbarschaft zu größeren Anbietern für wichtig. Die schlanken Hefte sind 2008/09 erstmals in Farbe erschienen und zeigen inzwischen Fotografien oder Zeichnungen, die in den Kursen entstanden sind.

Die Ehefrau und Mutter von zwei Kindern sucht die persönliche Bindung zu den Menschen. „Ich bin ein Team-Player. Doch wenn entschieden werden muss, mache ich das.“ Ihr Bestreben sei es, jeden aller Kursteilnehmer mit Namen anreden zu können: „Das Persönliche zeichnet uns hier in Glücksburg einfach aus.“

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