Kultur in Flensburg : Fulminanter Start ins Jahr

Sprache, Gesten, Schriftzeichen: Elisabeth Bohde und Torsten Schütte auf der Bühne.
Foto:
1 von 3
Sprache, Gesten, Schriftzeichen: Elisabeth Bohde und Torsten Schütte auf der Bühne.

Theaterwerkstatt Pilkentafel kommt mit neuen Stücken und Wiederaufnahmen aus der Winterpause

shz.de von
06. Februar 2018, 12:21 Uhr

Nach einer verlängerten Weihnachtspause erwacht die Theaterwerkstatt Pilkentafel jetzt wieder aus dem Winterschlaf – mit einer Premiere, mit Wiederaufnahmen und Gastspielen. Parallel dazu läuft der Erneuerungsprozess weiter; so wurde jetzt die Stelle für die Hausleitung neu ausgeschrieben, nachdem Peer Ripberger die Pilkentafel im Herbst 2017 verlassen hat.

Drei bekannte Pilkentafel-Schauspielerinnnen firmieren und agieren ab sofort unter einem neuen Namen. Lotta Bohde, Maren Seidel und Anaela Dörre heißen jetzt „fulminant & Töchter“, leben, studieren und proben in Hildesheim, aber zeigen ihre erste Produktion unter diesem Namen auch in der Pilkentafel (ab 22. Februar). Im Skype-Interview erklären sie, worum es ihnen geht in dem Stück „Echt...? Eine Inszenierung“. Authentizität ist das Stichwort: Was ist echt, wer ist echt? Was macht einen authentischen Menschen aus? Oder steht das angeblich Authentische am Ende gar für einen bestimmten Stil?

„Drei Performerinnen begeben sich in den Zwischenraum von Lüge, Spiel und Wirklichkeit und verstricken die Zuschauer in ein Verwirrspiel“, heißt es im neuen Programmheft. „Das proben die drei Neu-Hildesheimerinnen derzeit mit Hochdruck, denn schon am 15. Februar ist Premiere, in Flensburg dann eine Woche später. Insgesamt wird es dann neun mal gespielt in Flensburg.

Los geht das Theaterjahr am Donnerstag, 8. Februar, mit einer Wiederaufnahme. „Mein kleiner Zeh war ein Wort“ ist ein philosophisch-verspielter Text von Yoko Tawada und hat die deutsche Sprache als Thema. Die Pilkentafel-Urgesteine Elisabeth Bohde / Torsten Schütte zelebrieren diesen Text auf unnachahmliche Weise – fünf mal in der Pilkentafel und fünf mal im Rahmen von Schulaufführungen.

Am kommenden Sonnabend, 10. Februar, gastiert die Autorin Yoko Tawada, die seit vielen Jahren in Berlin lebt, dann selbst in der Pilkentafel, um aus neuen Texten zu lesen.

Eine Wiederaufnahme ist auch das Einpersonenstück „Zustimmung – Widerspruch: Herr Sch spricht“ mit Torsten Schütte. Dieses Stück thematisiert und hinterfragt die Rolle des öffentlichen und privaten Sprechens in der Demokratie, aber auch im Theater. Wer Schütte kennt, der weiß, dass er sich nicht auf das Sprechen beschränkt; dafür sprechen schon allein Utensilien wie E-Gitarre, Anzug und Motorradhelm.

Der Winter zum Thema Wahrheit und Schein, Fake News und Authentizität endet am 24. März mit einem Lügenball. Vorher zeigt das Duo Daniela Friedrich & Barbara Fingerle in dem Stück „Vola, vola, vola“, was es mit dem italienischen Eis auf sich hat.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen