Für mehr Akzeptanz: Moscheen öffnen ihre Türen

Möchten Barrieren abbauen: Die Vertreter der drei Moscheen Ismail Akcay, Ramazan Kapusuzoglu und Mohamed Ali Daly (v.l.). Foto: dewanger
Möchten Barrieren abbauen: Die Vertreter der drei Moscheen Ismail Akcay, Ramazan Kapusuzoglu und Mohamed Ali Daly (v.l.). Foto: dewanger

Am "Tag der offenen Moschee" stellen sich die drei Einrichtungen interessierten Flensburgern vor

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30. September 2011, 06:50 Uhr

flensburg | Die Vertreter der drei Flensburger Moscheen sind sich einig: "Der Islam ist eine friedfertige Religion." Diese möchten Ramazan Kapusuzoglu, Ismail Akcay und Mohamed Ali Daly den Menschen näher bringen und das friedliche Zusammenleben von Menschen fördern - unabhängig von religiöser Überzeugung und ethnischer Herkunft.

Dafür aber sei es wichtig, miteinander auf Augenhöhe zu sprechen, statt distanziert und übereinander. "Wie kann man zusammenfinden, wenn in Schubladen gedacht wird?", fragt sich Ramazan Kapusuzoglu (Eyyup Sultan Moschee). "Guckt nicht auf das Äußere, guckt auf das Innere", fordert der Dialogbeauftragte der Ditib Fatih Moschee, Ismail Akcay. Um diese Barrieren im Kopf aufzuheben, halten die Moschee-Vertreter regelmäßig Vorträge sowie Vorlesungen an Schulen oder anderen Institutionen und erklären den Islam - zumindest versuchen sie es, denn ihn erschöpfend zu vermitteln, sei in so kurzer Zeit nicht möglich.

Dennoch: Durch die Vermittlung von Informationen sollen Vermutungen und Behauptungen in Wissen umgewandelt und so Ängste abgebaut werden. "Der Islam bietet sehr viele schöne Dinge, die wir teilen wollen. Interessierte können die Moscheen besuchen", lädt Kapusuzoglu ein. "Wir wollen uns den Leuten vorstellen und sie kennen lernen."

Um künftig für die Fragen eines jeden Besuchers gewappnet zu sein, sei das Ziel, immer einen deutschsprachigen Imam - also einen Vorbeter beim islamischen Gebet - zur Verfügung zu stellen, mit dem Termine zur Führung und Teilnahme am Gebet vereinbart werden können. Eine Möglichkeit für Einblicke bietet der Tag der offenen Moschee (3. Oktober, 12 bis 18 Uhr). Jedes Jahr sei diese Aktion sehr erfolgreich. "So finden die Menschen zueinander", erklärt Akcay. Auch in der Veranstaltungswoche "Flensburg aktiv - Begegnung der Generationen" vom 24. bis zum 30. Oktober öffnen die Moscheen ihre Türen für interessierte Besucher.

"Wir lieben diese Stadt, das Land und unsere Nachbarn. Und wir wollen nicht toleriert, sondern akzeptiert werden", formuliert Kapusuzoglu seine Wünsche deutlich. Es gehe um eine Teilhabe an der Gesellschaft. "Alle Aktionen, den Islam greifbarer zu machen, dienen nicht der Absicht, zu missionieren." Quellen wie der Koran sollen in den Vordergrund gestellt und Informationen dargelegt werden: "Das ist unsere Verantwortung. Wir stellen nur unser Wissen zur Verfügung", fasst Akcay zusammen und fügt hinzu: "Man sollte auch uns nicht beurteilen, ohne uns vorher kennen zu lernen."

Die Ditib Fatih Moschee, Meiereistraße 7, öffnet von heute bis einschließlich 3. Oktober ihre Türen (Ansprechpartner: Ismail Akcay, 0177/3489539). Die Eyyup Sultan Moschee, Norderstraße 129, (Ramazan Kapusuzoglu, 0152/27155097) sowie die Masjid As-Sunnah, Harrisleer Straße 2, (Mohammed Ali Daly, 0174/6118186) können nur am 3. Oktober besucht werden.

Eine offene Erklärung der Moscheen an die Flensburger Bürger ist einzusehen unter www.ausflens.de.

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