Demo in Flensburg : Für Frieden ohne Waffen

Ein buntes Bündnis von Kriegsgegnern, angeführt von Pröpstin Carmen Rahlf und Pelle Hansen, demonstrierte für Frieden.
Ein buntes Bündnis von Kriegsgegnern, angeführt von Pröpstin Carmen Rahlf und Pelle Hansen, demonstrierte für Frieden.

Traditioneller Ostermarsch führte 150 Menschen vom Nordertor in die Rote Straße

shz.de von
03. April 2018, 09:48 Uhr

In Flensburg hatte ein breites Bündnis von Parteien, bürgerschaftlichen Gruppierungen sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen am Karsamstag zum Ostermarsch eingeladen. Etwa 150 Menschen haben sich am Nordertor zusammengefunden, um für Frieden und Abrüstung zu demonstrieren, so wie es deutschlandweit in 100 Städten am Sonnabend vor Ostern üblich ist.

In ihrer Eröffnungsrede sagte Pröpstin Carmen Rahlf: „Wir finden uns hier in bunter Vielfalt zusammen, wie es in unserer Stadt eine gute Sitte ist, um aufzustehen für den Frieden hier und unter den Völkern.“ Und: „Frieden, wirklicher Frieden, lässt sich nur ohne Waffen schaffen. Und er muss erarbeitet werden. Das Thema Arbeitsplätze darf doch nicht dazu herhalten, die Rüstungsindustrie am Laufen zu halten und auszubauen!“

Mit Forderungen wie „Ohne Drohnen wohnen“, „Schluss mit Waffenhandel“ sowie biblischen Zitaten wie „Schwerter zu Pflugscharen“ zogen die Demonstranten – begleitet von Anke Henn am Akkordeon und unter Moderation von Stadtpastor Johannes Ahrens – singend vom Nordertor bis zum Desserteursdenkmal in der Roten Straße.

Halt machten sie am Werkstor von Rheinmetall, wo Ralf Cüppers von der Deutschen Friedensgesellschaft darauf hinwies, dass hier vor Ort elektronische Bauteile für die Aufrüstung des Leopard-Panzers gefertigt werden.

Einer der jemenitischen Flüchtlinge, die den Zug mit Fotos von Kriegsschauplätzen ihrer Heimat begleiteten, machte auf das unvorstellbare Leid aufmerksam und dankte, sich mit einer Gruppe dieser Demo anschließen zu dürfen.

Pelle Hansen, Mitglied der Flensburger Grünen-Ratsfraktion, fragte am Neptun-Brunnen, was Frieden bedeute. Er sagte: „Man kann für den Frieden nicht kämpfen, man muss ihn leben.“ Auch die Wahl des eigenen Geldinstituts sei friedensrelevant. „Sorgt dafür, dass euer Geld nicht den Krieg führt!“

Nach einer Schweigeminute am Hebroni-Denkmal für die Verfolgten des nationalsozialistischen Terrorregimes vor der Polizeidirektion Norderhofenden und dem Lied „Dona nobis pacem“ fand die Kundgebung am Deserteurdenkmal in der Roten Straße ihren Abschluss. Dänische Vertreterinnen kritisierten hier das Wiedererstarken nationalistischer Ideen in ihrer Heimat. Bjarne Kalies prangerte das Zwei-Prozent-Ziel der Nato an. „Es kann und darf nicht sein, dass jedes Bündnis-Mitglied zwei Prozent seines Bruttoinlandproduktes für Verteidigung ausgeben soll.“

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