Dänische Staatsbahn : Für Flüchtlinge gehalten: Wissenschaftler aus Sri Lanka in Flensburg aufgehalten

Sie wollten zum wissenschaftlichen Kongress: Thilina Rathnayake, Pruthuvi Maheshakaya Wijewardena und Thimal Kempitiya aus Sri Lanka (v.l.).

Sie wollten zum wissenschaftlichen Kongress: Thilina Rathnayake, Pruthuvi Maheshakaya Wijewardena und Thimal Kempitiya aus Sri Lanka (v.l.).

Die Dänische Bahn weigert sich, drei Männer mitzunehmen, die zu einem Kongress nach Schweden wollen.

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05. November 2015, 12:16 Uhr

Flensburg | Es war nicht das erste Mal, sagen die Helfer von „Refugees welcome“ am Bahnhof, dass regulär Reisende aufgehalten wurden. Die Wissenschaftler Thilina Rathnayake, Pruthuvi Maheshakaya Wijewardena und Thimal Kempitiya aus Sri Lanka waren am Dienstag auf dem Weg zur 13. Skandinavischen Konferenz über Künstliche Intelligenz im schwedischen Halmstad.

Doch gültige Tickets und Pässe nützten nichts: Die dänische Staatsbahn nahm die drei am Abend nicht mit, weil das Kontingent für Flüchtlinge erschöpft war. So übernachteten die Asiaten in einem Hotel; die Flüchtlingshelfer kümmerten sich um die Umschreibung der Bahntickets.

„Während einige von uns die Reisefreiheit des grenzenlosen Europas genießen, ist die Grenze für andere Menschen wieder sehr spürbar“, schreiben die ehrenamtlichen Helfer von Regugees Welcome Flensburg auf ihrer Facebookseite. Die Flensburger beobachteten schon mehrfach eine „Trennung der Reisenden in Menschen erster und zweiter Klasse“. Schon in den ersten Tagen musste demnach ein Schwede mit arabischen Wurzeln zwei Nächte mit seiner Tochter in Flensburg verbringen, weil sie nicht in den Zug gelassen wurden. „Die Tatsache, dass er schwedische Papiere hatte und fließend Schwedisch sprach, half ihm wenig, da er gar nicht die Möglichkeit des Dialogs bekam.“

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