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Flensburger Krankenhäuser : Für ein gesundes Leben im Alter

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neues Alterstraumatologisches Zentrum der Diako und St. Franziskus von Fachgesellschaften ist einzigartig im nördlichen Landesteil.

shz.de von
erstellt am 11.Dez.2016 | 08:16 Uhr

„Jeder Sturz kann bei älteren Menschen zu gefährlichen Brüchen an Oberschenkelhals, Becken, Wirbelsäule, Oberarm oder Handgelenk führen“, erklärt Dr. Thorsten Lange, Chefarzt der Diako-Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie, Handchirurgie und Sportmedizin. Grund dafür seien zum einen die abnehmende Dichte und Elastizität der Knochen im höheren Lebensalter (Osteoporose), zum anderen aber auch die eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Sinnesorgane und der Herz-Kreislauf-Organe und die damit verbundene erhöhte Anfälligkeit älterer Menschen für Stürze. „Der dadurch notwendige Krankenhausaufenthalt ist für die Betroffenen oft ein Wendepunkt im Leben“, weiß Dr. Klaus Weil, Chefarzt der Klinik für Geriatrie und Frührehabilitation des Franziskus-Hospitals. Für nicht wenige ältere Betroffene bedeute ein Krankenhausaufenthalt nach schwereren Verletzungen dauerhafte Einschränkungen der Selbstständigkeit und nicht selten sogar Pflegebedürftigkeit mit Umzug in ein Pflegeheim. „Unser Ziel ist, eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit zu vermeiden und älteren Patienten eine Rückkehr in die gewohnte Umgebung zu ermöglichen“, hebt Weil hervor.

Im Alterstraumatologischen Zentrum (ATZ) von Diako und Franziskus arbeiten Spezialisten aus Geriatrie und Unfallchirurgie eng zusammen. „Mit der Zertifizierung durch die Deutschen Gesellschaften für Geriatrie wurde uns jetzt von externer Seite bestätigt, dass wir alle Vorgaben für eine sichere und qualitativ hochwertige Versorgung verletzter älterer Patienten erfüllen“, freuten sich Klaus Weil und Thorsten Lange über die Auszeichnung. „Wir sind das einzige zertifizierte Zentrum für Alterstraumatologie im nördlichen Landesteil“, sagt Weil. Vergleichbare Zentren seien erst wieder in Lübeck und Hamburg zu finden.

Damit ältere Patienten nach einem Sturz wieder auf die Beine kommen und keine dauerhafte Einschränkung eintritt, ist sofortiges Handeln gefragt. Hierzu zählt zum Beispiel eine altersgerechte OP-Vorbereitung, um die Operationsfolgen zu minimieren. Geriatrische Patienten leiden oftmals gleichzeitig an altersbedingten Begleiterkrankungen, wodurch sich das Risiko bei der unfallchirurgischen Versorgung erhöht. Hier setzt das neue Alterstraumatologische Zentrum an, indem es das benötigte Wissen von Geriatrie, Unfallchirurgie und weiteren medizinischen Fachrichtungen bündelt. „Der Vorteil unseres Alterstraumatologischen Zentrums in Flensburg ist das ideale Umfeld des Medizinischen Klinik-Verbundes mit seinen vielen Fachdisziplinen, so dass wir für unseren älteren Patienten optimale Behandlungskonzepte anbieten können“, so die beiden Chefärzte. Nur durch dieses abgestimmte Vorgehen könnten auch Komplikationen und Risiken sehr früh erkannt werden.

Zum Team des Flensburger Zentrums gehören neben Ärzten verschiedener Fachrichtungen besonders geschulte Pflegekräfte, Physio- und Ergotherapeuten, Ernährungsberater, Seelsorger und Sozialarbeiter.

„Notwendig ist oft eine gute Sturzprophylaxe“, betont Klaus Weil. Damit Patienten nicht immer wieder stürzen, gelte es, Grundleiden wie Schwindel und Sehprobleme gut zu behandeln. „Auch eine Osteoporose-Therapie ist wichtig, damit die Knochen im Alter möglichst stabil bleiben und weniger leicht brechen“, ergänzt Thorsten Lange. Und schließlich müsse im Krankenhaus auch die Medikation älterer Menschen überprüft und gegebenenfalls optimiert werden. Manche ältere Patienten müssen mehrere Medikamente einnehmen, die sich teilweise gegenseitig beeinflussen. „Eine typische Nebenwirkung kann Schwindel sein, der wiederum häufig Stürze nach sich zieht“, sagt Weil. „Alterstraumatologie verfolgt somit einen ganzheitlichen Ansatz, und sie kann nur interdisziplinär und interprofessionell erfolgen, also durch die Beteiligung vieler Berufsgruppen im Krankenhaus.“

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