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Flensburger Schiffbaugesellschaft : FSG bekommt neuen Eigentümer

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Aufatmen nach Liquiditätsengpässen bei der Flensburger Werft: Norwegischer Kunde kauft die Schiffbau-Gesellschaft.

Flensburg | Die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) bekommt einen neuen Eigentümer: Der norwegische Konzern Siem Industries übernimmt die Werft mit ihren rund 750 festen Mitarbeitern. Hintergrund der Übernahme sind nach Informationen unserer Zeitung seit Wochen schwelende Verhandlungen zwischen Eigentümern und Auftraggebern der Werft, den beteiligten Banken und dem Kieler Wirtschaftsministerium, nachdem das Traditionsunternehmen durch umfangreiche Vorfinanzierungen von Großaufträgen in erhebliche Liquiditätsschwierigkeiten geraten war. Für den norwegischen Konzern soll die Werft zwei Offshore-Spezialschiffe bauen. Bekannt ist die FSG vor allem als Weltmarktführer im Bau von Roll-on-Roll-off-Schiffen.

Der Kieler Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) begrüßte die anstehende Übernahme als „gute Nachricht für die Region Flensburg sowie für den gesamten Schiffbau-Standort Schleswig-Holstein“.

Aus Sicht der beiden FSG-Geschäftsführer Peter Sierk und Frank Bywater ist dies ein wichtiger und richtiger Schritt für die Werft: „Wir freuen uns sehr über die damit verbundenen Zukunftsperspektiven und heißen die Siem Unternehmensgruppe ein weiteres Mal herzlich willkommen an Bord der FSG – diesmal nicht allein als Kunde, sondern als neuer Eigentümer“, heißt es in einer Mitteilung der FSG von gestern Abend: „Das ist eine große Chance für die Werft und ihre Mitarbeiter.“

Sierk und Bywater sehen durch die Übernahme eine weitere Etablierung der FSG im Offshore-Markt: „Siem Industries ist ein erfolgreiches, global wachsendes und finanzstarkes Familienunternehmen, welches uns Flensburger Schiffbauern die Möglichkeit für eine weiterhin erfolgreiche Entwicklung im weltweiten Offshore-Markt bietet.“ Siem Industries ist ein Global Player mit vielfältigen industriellen Beteiligungen. Diese liegen schwerpunkthaft in fünf Geschäftsfeldern: Serviceindustrie für Öl- und Gasförderung, Kühl- und Autotransportschiffe, Pottasche-Produktion, Finanzen und schwedische Industrien. So betreibt die Gruppe allein 145 Schiffe und hält eine maßgebliche Beteiligung an einer der erfolgreichsten Offshore-Reedereien der Welt (Siem Offshore) sowie an der SubSea 7, einer Servicefirma im Öl-Offshore-Sektor. Gerade diese Offshore-Aktivitäten haben sich in den vergangenen Jahren durch ein rasantes Wachstum hervorgetan.

Die Übernahme der FSG, die zuletzt zur Münchner Orlando-Gruppe gehört hatte, durch Siem Industries unterliegt noch bestimmten Bedingungen. Ein endgültiger Vollzug wird für Ende Oktober erwartet.

Eine ausgezeichnete Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung der FSG biete der im Februar dieses Jahres durch Siem Offshore erteilte Auftrag für zwei Well-Intervention-Schiffe, heißt es in einer Mitteilung der Werft von gestern Abend. Auch das internationale Netzwerk des neuen Eigentümers spreche für gute Zukunftsaussichten, so Sierk und Bywater, den die Werft erst im Mai als verantwortlichen Geschäftsführer für die Technik zurückgeholt hatte.

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erstellt am 25.Sep.2014 | 21:56 Uhr

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