Stadtteil-Umbau : Fruerlund-Umbau feiert Bergfest

Hier ist die neue grüne Lunge des südlichen Fruerlund entstanden: Andreas Gutschank vom städtischen Sanierungsträger im künftigen „Slupsk-Park“.
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Hier ist die neue grüne Lunge des südlichen Fruerlund entstanden: Andreas Gutschank vom städtischen Sanierungsträger im künftigen „Slupsk-Park“.

Gerhart-Hauptmann-Straße, Anschluss Mühlenholz, Kindercampus: Das 60-Millionen-Euro-Projekt in Flensburgs soll in drei Jahren abgeschlossen sein.

shz.de von
31. Juli 2014, 12:00 Uhr

Flensburgs größtes Stadtumbauprojekt der vergangenen Jahre ist übern Berg – und deshalb spricht Andreas Gutschank von einem Bergfest, wenn am 12. August mit einem Fest von 10 bis 16 Uhr der neue Stadtteilpark zwischen Mühlenholz, Fruerlundlücke und Ostlandstraße eingeweiht wird, der dann „Slupsk-Park“ heißen wird. Gutschank ist Projektleiter für den Stadtumbau in Fruerlund-Süd beim städtischen Sanierungsträger.

Angesichts dessen, was Stadt, Selbsthilfe-Bauverein (SBV) und Sanierungsträger in den vergangenen vier Jahren bereits gestemmt haben, ist der Titel Bergfest für den aktuellen Stand definitiv untertrieben: 18 Häuser mit 300 Wohnungen sind seit 2010 zwischen Mürwiker Straße und Ostlandstraße weggerissen worden, dafür 20 neue mit 207 Wohnungen entstanden. Mit 13 400 Quadratmetern haben diese Häuser 1400 Quadratmeter mehr Wohnfläche als die 300 abgerissenen. „Viele Wohnungen hatte vorher nur 30 bis 40 Quadratmeter und niedrige Decken“, erinnert Planungs-Ingenieur Gutschank an die Nachkriegsbebauung des Quartiers. Zudem sind im gesamten Sanierungsgebiet zwischen Bohlberg und Gerhart-Hauptmann-Straße 465 Wohnungen mit 24 000 Quadratmetern Fläche saniert worden. Der letzte Neubau an der Ecke Fruerlundlücke/Ostlandstraße ist längst fertig.

Gearbeitet wird für die Baustellen-erprobten Bürger im südlichen Fruerlund vor allem noch an verschiedenen Straßen. Seit April ist die Ostlandstraße Baustelle, wie sie ab Ende Oktober aussehen soll, lässt sich an der anderen Seite des „Slupsk-Parks“ an der Straße Mühlenholz studieren. Für 2015 werden die Anwohner der Gerhart-Hauptmann-Straße dann erneut auf eine Geduldsprobe gestellt. Gutschank schätzt von Februar bis Oktober. Und dann steht auf dem Zettel der Sanierung noch der Anschluss Mühlenholz zwischen Bohlberg und Mürwiker Straße, sozusagen das Entree des südlichen Fruerlund.

Bleibt noch ein Projekt rund um die Schule Fruerlund, wo seit Wochen bereits die Baustelle Ostlandstraße grüßen lässt: der „Kindercampus Fruerlund“. Hier will die Stadt ihre Kita aus der nördlichen Fruerlunder Straße nach Süden auf das Gelände der Grundschule verlagern. Es gehe um Dinge wie Beratung der Eltern oder gemeinsame Schulspeisung, sagt Andreas Gutschank: „Wir wollen den Übergang von der Kita zur Schule erleichtern.“ Und es wird womöglich auch darum gehen, den einen oder anderen Klassenraumtrakt in Leichtbauweise abzureißen. Bis 2017 jedenfalls, verspricht Gutschank den Fruerlundern, soll das Gesamtprojekt abgeschlossen sein.

Gutschank ist im Quartier längst bekannt: „Erzählen Sie auch die kritischen Dinge“, mahnt ein Anwohner gestern früh beim Ortstermin im Vorbeigehen. Kritiker gibt es in der Welt des grünen, barrierefreien Wohnens mit Südbalkon sicher unter jenen Mietern, für die die Vergrößerung der modernisierten Wohnungen zu immer noch moderaten Mieten unter sechs Euro pro Quadratmeter dennoch nicht zu stemmen war. Und unter den Autofahrern, die kritisieren, dass das schöne grüne Viertel nicht genug Parkraum zur Verfügung stelle. Für Andreas Gutschank ist das eine Frage der Zählweise: Da jede neue Wohnung nun einen Parkplatz auf dem Grundstück hat, gebe es insgesamt deutlich mehr reguläre Stellplätze. Die Zahl der öffentlichen Parkmöglichkeiten an den Straßen habe abgenommen, sagt Gutschank. Dort sei das wilde Parken bislang geduldet gewesen.

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