Serie Flensburger Stadtteile : Fruerlund – engagiert und kreativ

Das schicke neue Quartier am Wasserturm – das Stadtteilforum kümmert sich aber auch um den Volkspark dahinter – und um die Kleingärten.
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Das schicke neue Quartier am Wasserturm – das Stadtteilforum kümmert sich aber auch um den Volkspark dahinter – und um die Kleingärten.

Im Flensburger Osten ist schon viel passiert – Volkspark und Stadion hätten aber noch mehr Aufmerksamkeit verdient

shz.de von
06. Januar 2018, 06:55 Uhr

Seit drei Jahren sind die Stadtteilforen in Flensburg politische Vertretungen der Quartiere. Grund genug für das Tageblatt, zum Jahresbeginn Bilanz zu ziehen und zu fragen, wo im Stadtteil der Schuh drückt. Heute: Das Forum Fruerlund.

Wie würden Sie das Besondere an Ihrem Stadtteil/Viertel beschreiben?
Fruerlund überrascht immer wieder mit seiner Vielfältigkeit und seinen Abwechslungen. Im Osten Wiesen und Täler, im Westen Hafen und Wälder und mittendrin etwa 6000 aktive Einwohner. Wir gehen fair und auf Augenhöhe miteinander um. In Fruerlund spielen dogmatische Parteiinteressen keine Rolle. Es überrascht uns immer wieder von neuem, wie viel Kreativität, Solidarität, Energie, Spaß und Motivation dadurch bei uns allen entsteht.

Auf welchem Gebiet hat sich im Stadtteil im Jahr 2017 etwas bewegt?

Zu den vielen Beispielen zählen die Bürgerbeteiligung zur Durchfahrtsbehinderung in der Straße Fruerlundlücke, Baumschutz und Baumkataster mit einer kritischen Auseinandersetzung mit den „Nacht- und Nebel“-Fällungen im gesamten Stadtteil, insbesondere in Nord-Fruerlund (Travestraße und Verlauf), die Arbeitsgruppe Volkspark mit Parkbegehungen samt Foto- und Videodokumentationen, die Kleingärtenentwicklung mit Hinterfragen von Parzellen-Auflösungen etwa im Wasserturm-Neubaugebiet, die SBV-Zusammenarbeit bei Bauvorhaben und Flüchtlingsunterstützung, das Schwerpunktthema Kita und Kinder in Fruerlund, die Sanierungen von Gerhart-Hauptmann-Straße und Mühlenholz mit Diskussion über das katastrophale Baustellenmanagement dieser Langzeitbaustellen. Das Forum Fruerlund hat zudem ein Baumkataster eingerichtet sowie seine Mitgliedschaft im Klimapakt der Stadt Flensburg von 2017 bis ins Jahr 2018 weiter fortgeführt. Getragen wird diese Mitgliedschaft ausschließlich durch Beiträge überzeugter Forumsmitglieder.


Was ist dagegen das größte Thema, das 2017 im Stadtteil liegen geblieben ist?
Die Planungen für den Kindercampus Fruerlund, die die Zusammenführung der städtischen Kita mit der Schule Fruerlund realisieren soll und seit über zehn Jahren jährlich neu verschoben wird. Dieses Projekt liegt uns allen im Stadtteil am Herzen. Die herrschenden räumlichen und baulichen Zustände belasten Mitarbeiter, Schüler und Kindergartenkinder.

Wie soll es mit diesem Thema weitergehen und wie könnte es vorankommen?
Die in diesem Jahr beschlossene Förderung durch Land und Bund ermöglicht es, einen großen Schritt voranzukommen. Wir danken der Stadtverwaltung und insbesondere dem Sanierungsträger für ihren Einsatz. Wir werden uns aktiv einmischen, wenn es jetzt darum geht, die Planungen zu konkretisieren und die Baufinanzierung abzusichern.


Welches weitere Thema wollen Sie 2018 anpacken?
Die Themen „Hafen-Ost”, „Entwicklung Volkspark”, „Flensburger Stadion” spielen aus unserer Sicht in einem Gesamtkonzept zusammen. Mit ÖPNV und E-Mobilität könnte es sogar gelingen, diesen Themen eine nennenswerte, weitere Entwicklung und Dynamik zu geben. Natürlich spielen auch die Neubauprojekte im Stadtteil, allen voran der Kindercampus für uns eine zentrale Rolle.


Wie zufrieden sind Sie mit dem Kontakt zwischen Forum und Rathaus?
Wir spüren zunehmend, dass sich die Zusammenarbeit nicht nur für uns positiv auswirkt, sondern auch die Stadtverwaltung und die städtischen Einrichtungen unsere Meinung wertschätzen, hören möchten und zunehmend auch einfordern. Das ist wichtig für die Entwicklung einer ehrlichen Beteiligungsstruktur.


Wie beurteilen Sie das erste Amtsjahr der Oberbürgermeisterin mit Blick auf den Einsatz für Ihren Stadtteil?
Chapeau! Wer ein wenig Einblick in die Flensburger Strukturen und Netzwerke insbesondere innerhalb der Stadtverwaltung besitzt, ahnt wie schwierig es ist, nicht von einem Fettnäpfchen ins Nächste zu stolpern. Mehr noch: Simone Lange bringt es Spaß, ihre Energie für Flensburg einzubringen, und das spüren wir auch in Fruerlund.


Was wünscht sich Ihr Stadtteilforum von der neuen Ratsversammlung, die im Mai gewählt wird?
Alle Parteien haben Nachwuchsprobleme. Von der neuen Ratsversammlung wünschen wir uns ein ehrliches und konsequentes Einflechten der Bürgerbeteiligung in die kommunalpolitischen Entscheidungsprozesse.


Welches Thema in Ihrem Stadtteil hätte mehr Aufmerksamkeit verdient?
Volkspark und Stadion hätten sicher noch mehr Aufmerksamkeit verdient. Wünschenswert wäre auch die intensivere Beschäftigung mit einem transparenten Baustellenmanagement. Notfalls sollten die Bauleiter in die Stadtteilforen auch ihre Maßnahmen erläutern.

Montag: St. Johannis/St.Jürgen

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