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Frühstück und Formulare: Diakonie öffnet Straßenstube

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neues Angebot in der Norderstraße testweise zunächst bis Ende April

Es sind nur fünf Stufen von der Straße in die Straßenstube. Straßenstube – so heißt die Lokalität an der Norderstraße 121, in der Straßensozialarbeit ab sofort für ein paar Stunden auch mal warm und trocken möglich ist. Zu festen Öffnungszeiten: Donnerstags ab 11 Uhr ist Sozialfrühstück, dienstags und mittwochs ist ab 14 Uhr Nachmittagstreff mit Essen. Zwischen drei und acht Interessierte schauen meist vorbei, berichteten gestern Nicolai Altmark vom Diakonischen Suchthilfezentrum und Thomas Nolte vom Diakonischen Werk: „Es ist zunächst ein Probelauf bis Ende April, finanziert aus dem Budget der Stadt für Straßensozialarbeit“, sagt Nolte.

Seit einigen Jahren betreiben das Suchthilfezentrum und der Tagestreff des Diakonischen Werkes vom Johanniskirchhof die Straßensozialarbeit in Flensburg. Das bedeutet, dass Mitarbeiter aus den Einrichtungen viermal in der Woche die Plätze in Flensburg aufsuchen, an denen sich Menschen ohne festen Wohnsitz und mit ihren verschiedensten Problemen treffen. Über diese „aufsuchende“ Arbeit sollen Kontakte hergestellt werden und Informationen zu Beratungsmöglichkeiten und den Einrichtungen gegeben werden. Nun ist es gelungen, für zunächst sechs Monate in der Norderstraße 121 jene Örtlichkeit anzumieten, die nach einer Umfrage unter den Nutzern nun „Straßenstube“ heißt.

Es ist dreieinhalb Jahre her, dass die Straßenszene sich rund um den I.C.-Möller-Platz ballte, erinnert Altmark: „Doch die unsichere Zeit vor der Phänomenta ist vorbei“, sagt Altmark. Die Zielgruppe sind rund 120 bis 150 Personen, Klientel von Wohnungslosenhilfe und Drogenberatung. Gestern Nachmittag war offizielle Eröffnung mit Kaffee, Kuchen, den drei Mitarbeiterinnen Galina Schreiner, Ulrike Henningsen und Michaela Ketelsen und rund einem Dutzend Interessierter aus der Szene.

Nachdem der frühere Kontakttreff „Café Clean“ vor gut einem Jahr geschlossen hatte, läuft der Probebetrieb der Straßenstube schon seit November – zunächst bis Ende April. Neben etwas zu essen soll auch ein trockener, warmer Platz angeboten werden, an dem auch Behördenpost auf den Weg gebracht oder Anträge gemeinsam ausgefüllt werden können. Es wird Deutsch, Englisch und Russisch gesprochen.


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erstellt am 03.Feb.2016 | 12:40 Uhr

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