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Grenzenloses Studium : Frühlingssemester: Grüne für Uni-Vorschlag

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Flensburger Universität möchte sich an den internationalen Studienkalender angleichen – doch dann würden Wechsel in Deutschland schwieriger.

Seit einer Woche ist die Parksituation auf dem Campus und den angrenzenden Wohnvierteln wieder entspannt – Uni und Fachhochschule sind gemeinsam in die vorlesungsfreie Zeit gestartet, während 30 Kilometer nördlich der Grenze in Sonderburg an der Syddansk Uni (SdU) das Semester gerade angelaufen ist.

Geht es nach Uni-Präsident Werner Reinhart, soll sich diese Schere mittelfristig schließen. Er bereicherte die Diskussion mit dem Wunsch an das Land, künftig ein Frühjahrssemester von Februar bis Mai und ein Herbstsemester von September bis Dezember einzuführen. „Wir versuchen bereits seit längerem, die Semesterzeiten an den internationalen Hochschulkalender anzugleichen und so kompatibel mit wichtigen Partnerländern zu gestalten“, sagt Reinharts Sprecherin Kathrin Fischer. In Deutschland mache das bereits die Uni Mannheim. „Die Vorstellung geänderter Semesterzeiten ist für fast alle erst mal ungewohnt“, räumt sie ein, auch im eigenen Haus. „Es gab Rückmeldungen wie ‚An so etwas habe ich noch nie gedacht, aber das ist mal was anderes‘.“ Auch hätten Wissenschaftler einige Bedenken, da viele Tagungen und Kongresse im September stattfänden – jetzt noch vorlesungsfreie Zeit. „Aber da findet sich eine Lösung“, gibt sich Fischer sicher.

Das letzte Wort indes hat das Wissenschaftsministerium, das die Semesterzeiten festlegt. „Wir sind mit dem Ministerium in Arbeitsgesprächen, ob und gegebenenfalls wie das umgesetzt werden könnte.“ Frühester Termin: 2016. In Kiel gibt es indes andere Prioritäten: „Wir wollen zunächst die Studienzeiten der Unis und Fachhochschulen synchronisieren“, sagt Ministeriumssprecher Thomas Schunck. In diesem Zusammenhang werde gewiss auch der Reinhart-Vorschlag diskutiert. Eine Sonderrolle für Flensburg schließt das Land indes aus.

Die Grünen scheinen indes aufgeschlossener als das SPD-geführte Wissenschaftsministerium: "Wir Grüne wollen den Europacampus ernsthaft durchdenken. Eine Angleichung der Semesterzeiten mit Dänemark für beide Flensburger Hochschulen gehört für uns dazu, erklärte heute der hochschulpolitische Sprecher der Grünen, der Flensburger Landtagsabgeordnete Rasmus Andresen.

FH-Präsident Herbert Zickfeld sagt, er hege Sympathien für Reinharts Initiative: „Natürlich finde ich es gut, mit Dänemark kompatibler zu werden. Wir arbeiten ja auch an einem ingenieurswissenschaftlichen Master mit der SdU.“ Problematisch sei nur, dass man ja auch wechselfähig bleiben müsse mit den deutschen Hochschulen, ergänzt FH-Chef Zickfeld: „Ich bin total gespalten.“ Am Ende müsse man mit Blick auf mehr als 300 Hochschulen in Deutschland diesen wohl den Vorzug geben. Blockunterricht, Wochendseminare: „Mit kreativen Lösungen bekommen wir es mit Dänemark hin.“

Auch für ihn wichtiger sei die Angleichung der Semesterzeiten von Uni und FH: Ab 2015 werde es bereits gemeinsame Semesterzeiten auf dem Campus geben. Zickfeld ist sicher: „Wir werden an die Uni-Zeiten angepasst.“

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