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Flensburger Tageblatt

22. September 2017 | 06:41 Uhr

Frühlingsgefühle in Haithabu

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Seit gestern sind die Wikingerhäuser wieder geöffnet / Mehrere Dutzend Händler und Handwerker bis Ostermontag auf dem Frühjahrsmarkt

von
erstellt am 18.Apr.2014 | 19:00 Uhr

Nach dem Schneetreiben im Vorjahr wird der Frühjahrsmarkt im Wikingermuseum Haithabu diesmal seinem Namen gerecht: Zur Eröffnung am Karfreitag bricht immer wieder die Sonne durch die Wolken und sorgt für angenehme Temperaturen. Und so freuen sich die Händler, dass sie nicht erneut bei Minusgraden bis Ostermontag auf dem Gelände übernachten müssen. Wolldecken-Händler Matthias Habeck aus Ostholstein erinnert sich: „Im vergangen Jahr lag nachts die Hälfte meiner Ware unter und über mir, während ich geschlafen habe – dieses Jahr sind nur meine Füße etwas kalt.“ Außer Wolldecken bietet er originalgetreu geschmiedete Küchenutensilien wie Gabeln und Siedefleischhaken an. Schmieden darf er erst ab dem heutigen Sonnabend. Am Karfreitag ist es ihm wegen der Feiertagsverordnung untersagt. „Vor einigen Jahren hat sich ein Pastor über den Lärm beschwert.“ So sei er dazu verdammt, in Decken gehüllt der aufziehenden Kälte zu trotzen.

Anders ergeht es Kai Zausch, der schräg gegenüber beim Hobeln ins Schwitzen gerät. „Das wird der Kiel meines Bootes, das ich im Oktober fertig gestellt haben möchte“, erklärt er neugierigen Zuschauern. Der Hobel sei dabei eines der wichtigsten Werkzeuge – „insbesondere Sägen wurden von den Wikingern eher selten benutzt“. Traditionelles Handwerk nach Wikingerart präsentieren auch Tjark-Erik Barkmann und Julia Schabacher, die frische Dinkel-Roggen-Vollkornknoten und -fladen backen. „Den Roggen-Sauerteig habe ich selber gezüchtet“, sagt der gelernte Bäcker Barkmann, der ohne chemische Zusätze und ohne Zucker mit rein natürlichen Zutaten arbeitet. Zudem sei alles handgefertigt – wie bei den Wikingern. Auch bei Cirstin Bellmann nebenan gibt es über offenem Feuer gebackene Fladen, die man sich ganz modern mit Zimt und Zucker oder Apfelmus versüßen kann. „Ich bin von Anfang an auf dem Markt dabei und finde ihn toll. Er ist sehr treu am Wikinger-Leben und es macht sehr viel Spaß.“

Bereits seit zehn Jahren flicht Kirstin Rudolf aus Maasbüll Körbe in vielen Formen und Größen. „Das ist alles Handarbeit, dafür gibt es keine Maschinen.“ Die spezielle Korbflechterweide wächst bei ihr zu Hause im Garten. „Die bunten Farben sind ganz natürlich, da ist nichts gefärbt“, erzählt sie, während der Korb unter ihren flinken Händen Schicht um Schicht emporwächst. Diese Arbeit dauert je nach Korb mitunter mehrere Tage.

>Der Frühjahrsmarkt ist bis Ostermontag täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet.

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