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Apfelfahrt Flensburg Glücksburg Kollund : Fruchtige Früchtchen über See

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die 34. Apfelfahrt mit Verladung in Kollund und Glücksburg sorgt am Wochenende für ein kerniges Programm am Museumshafen in Flensburg.

shz.de von
erstellt am 17.Okt.2014 | 19:57 Uhr

„Süß-säuerlich und knackig müssen sie sein“, sagt Anita Pirschel. Mit ihrem Enkel Linus (4) steht die Glücksburgerin auf dem Anleger und guckt beim Äpfel verladen zu. Aus Glücksburg und dem dänischen Kollund holen historische Segelschiffe das Obst und transportieren die fruchtige Fracht nach Flensburg. Dort wird die Ware heute und morgen ab 10 Uhr im Museumshafen verkauft. Der Erlös kommt dem Museumshafen zu Gute.

Kiste für Kiste hieven helfende Hände auf den alten Haikutter Bodil, den Heringslogger Ryvar, und die anderen acht alten Segler. Skipper, Einheimische und Urlauber reichen sich für die 34. Apfelfahrt die Hand und verladen rund 930 Kilogramm kerniges Obst. „So viel sei es eigentlich immer“,sagt Michael Gertz, der die Äpfel von seiner Plantage an der Förde günstig abgibt: „So bleibt für den Museumshafen noch was übrig.“ Bürgervorsteherin Dagmar Jonas greift sich gemeinsam mit Horst Heider eine der hölzernen Obstkisten, Johanne Bagge mit ihrer Tochter Ellen (4) tut es ihnen gleich. Die dänische Familie macht das erste Mal Urlaub in Glücksburg und hat viel Spaß. „Wir haben selbst einen Baum im Garten und machen Apfelmus oder backen Kuchen.“

Die Apfelfahrt fußt auf historischen Tatsachen, wie Skipper Achim Staugaard weiß. „Früher waren die Straßen im Winter zu nass, deshalb musste die Ware übers Wasser nach Flensburg transportiert werden.“ Diese Aufgabe hätten die Schiffer übernommen und damit im Winter ihr Einkommen aufgebessert. Vor allem die „Lüttfischer“ sind es, die an diese Vergangenheit erinnern. Fünf von ihnen holten zeitgleich gestern das Obst aus Kollund ab.

Der Wagen hinter Filax und Ellis ist inzwischen leer geräumt. Die beiden Rassesieger, Zuchthengst Filax, und Stute Ellis, kennen die jährliche Prozedur bereits. „Wir machen das bestimmt schon seit zehn Jahren“, rechnet Peter Bartelsen nach. Mit seinem Fuhrwerk fährt er alle Jahre wieder eine Tonne Äpfel bis auf die Promenade am Kurgarten in Glücksburg. Dort sind dann die fleißigen Helfer gefordert, die die Obstkisten zu den Schiffen tragen. Staugaard: „Es sind um die 200 Freiwillige“, die auf den Schiffen und Stegen die Apfelfahrt und Apfelfeste gestalten. In Glücksburg sind der Touristikverein und der Tourismus-Service aktiv.

Heute geht es am Museumshafen in Flensburg weiter. Dort überreicht der Däne Nis-Edwin List-Petersen Flensburgs Bürgermeister Henning Brüggemann um 12 Uhr ein Gravensteiner Apfelbäumchen – in der Hoffnung, dass auch dass eines Tages eine fruchtig-knackige Ernte tragen wird.

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