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Theater : Fröhlicher Schwank mit menschlicher Tiefe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Opa ward verköfft“: Umjubelte Premiere der Niederdeutschen Bühne im Stadttheater

Lebenspralle Bilder und Charaktere, einen gleichbleibend festen Spannungsbogen, entspannenden Humor und Schauspieler der Extraklasse bietet die Niederdeutsche Bühne mit ihrer am Sonnabend umjubelten letzten Premiere der Spielzeit. In der Neubearbeitung von Dieter Jorschik und der perfekten Inszenierung von Klaus Esch wurde Frank Streichers Klassiker „Opa ward verköfft“ zum genussvollen Theatererlebnis mit unentwegtem Szenenapplaus.

Allein die von Sandra Pottschien entworfenen Kostüme und die von Bernd Toelstede liebevoll durchdachten Bühnenbilder zweier Bauernhöfe sind in ihren Details von Fensterausblick bis Delfter Fliese ein Hingucker. Der Zuschauer taucht in gegensätzliche, vergangene Welten ein: Ofen und Holzschuh gegen Kronleuchter und Seidentapete. Lebendig sympathisch spielt Bent Larsen den verarmten Bauern Kulenkamp. In unglaublicher Mimik und Gestik protzt sein Pendant Stefan Köck als eigennütziger Bauer Fiesebarg, wird mit Uhrenkette überm Bühnenbauch zu einem der schauspielerischen Glanzlichter; allerbestens zwischen scheinheilig und unwirsch ergänzt von Margarita Rebenstorf als „sin Olsch“.

Als Opa wird Bernhard Petersen zum erklärten Star des Abends. Natürlich ist er es, der letztendlich Galgenstrick Fiesebarg das Handwerk legt und Pechvogel Kulenkamp zu Hilfe kommt. Mit Temperament, faustdickem Humor und gespielter Dösigkeit zieht er das Publikum trotz frecher Streiche auf seine Seite, wird zum Dreh- und Angelpunkt des verwickelten Handels mit dem „Luxusartikel Grootvadder“. Herrlich allein die Idee des Bühnen-Umbaus: Zu Marschmusik dirigiert Opa den nach seiner Pfeife tanzenden Rest der Mannschaft.

Warmherzig verkörpern Jes Hansen als Schorsch Kulenkamp und Kathrin Schuppenhauer als Eva Fiesebarg die junge Liebe, die sich über alle Feindschaft hinwegsetzt. Susanne Petersen ist die frische Deentsdeern, Jan Pettersen der kernige Knecht August. Der Schwank vom verkauften Opa bleibt unterhaltsam spannend bis zum Schluss. Eschs Regie lässt im Komödienstoff mitfühlbare Tiefen aufleuchten. Riesenapplaus bewies: Das Publikum war restlos begeistert.

 

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erstellt am 12.Mai.2014 | 12:23 Uhr

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