zur Navigation springen

Landschaftsmuseum Angeln : Frischer Wind für Unewatt

vom

Börnsen fordert Einbindung des Landschaftsmuseums in Kulturregion und Museumsverbund an der Förde / Volkskunde-Exponate aus Schleswig?

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2013 | 06:48 Uhr

LANGBALLIG | Der Bericht in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom 8. Juli 1987 machte nicht viel Mut. Unter der Überschrift "Als Museumsdorf zu neuer Blüte?" war von viel Skepsis und ungeklärten Fragen bei Museumsfachleuten und Denkmalschützern die Rede. Es ging um das seinerzeit geplante Landschaftsmuseum Angeln im Langballiger Ortsteil Une watt. Die heutige Erfahrung, 20 Jahre nach der Eröffnung am 23. Juni 1993, spricht eine andere Sprache und zeigt, dass die damaligen Vorbehalte unbegründet waren. Gleichwohl halten der Kreis Schleswig-Flensburg und die Kreiskulturstiftung als Trägerin des Museums eine Neuausrichtung und Weiterentwicklung für unumgänglich. Ein zu diesem Zweck in Auftrag gegebenes Konzept soll im Herbst vorliegen und Grundlage einer dann vorzunehmenden zukunftsorientierten Weichenstellung sein.

Kürzlich überreichte Wolfgang Börnsen als Vorsitzender des Fördervereins einiges Archivmaterial an Museumsleiter Jochen Clausen. Bei diesem Anlass sprach sich der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Bönstrup dafür aus, das Museum in den Anfang April abgeschlossenen "Pakt für die Kulturregion", die beiderseits der Grenze eingerichtet werden soll (wir berichteten), einzubeziehen. Zusammen mit seinem Vorstand regte er an, dass Landrat und Kreistag das Landschaftsmuseum zu einem "Leuchtturmprojekt" in diesem mit 2,4 Millionen Euro dotierten Pakt machen. "Schließlich ist Unewatt schon in mehrere deutsch-dänische Kooperationen eingebunden." Als Beispiele nannte er das deutsch-dänische Kinderkunstfestival, Folk Baltica und die Ausstellung "Das Leben auf dem Lande". Wichtig ist nach seiner Auffassung zudem der Erwerb des gegenwärtig zum Verkauf stehenden Christesenhofes, dessen Scheune ohnehin schon auf Pachtbasis als Ausstellungshalle genutzt wird.

Zukunftspotenzial sieht Börnsen auch bei zwei anderen Optionen. Zum einen könne im Rahmen einer grenzüberschreitenden Vernetzung ein Museumsverbund an der Förde aufgebaut werden, den mit Unewatt die Flensburger Museen, Kupfermühle, Düppel, das Museum Schloss Sonderburg und das Ziegelmuseum Cathrinesminde auf der Halbinsel Broager bilden könnten. Zum anderen müsse Une watt als zweites Zentrum für Volkskunde in Schleswig-Holstein aufgebaut werden. Auslöser dafür sei der Umzug des Museums auf dem Schleswiger Hesterberg nach Molfsee. Dabei müsse aber die Maßgabe gelten, "dass zumindest die Exponate aus der Landschaft Angeln nach Une watt gehören."

Die stetig wachsende Unterstützung des Landschaftsmuseums zeigt sich nach Börnsens Worten auch darin, dass dem Förderverein mittlerweile mehr als 200 Mitglieder angehören. Zum Internationalen Denkmalstag werde in Unewatt wieder der Förderpreis verliehen. Die diesjährigen Preisträger seien die ehemaligen Landräte Dr. Gernot Korthals und Jörg-Dietrich Kamischke sowie Dietrich Caesar, der frühere Amtsvorsteher und Bürgermeister von Langballig.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen