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Denkmalschutz : Frischer Wind für die Johannismühle

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Schwensbyer Müllermeister Walter Skau bietet seine Unterstützung bei Sanierung und Erhalt an – und der Eigentümer hofft auf Investoren.

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2014 | 07:39 Uhr

Der Verfall von Flensburgs letzter historischer Windmühle auf der Ostseite schreitet unaufhaltsam voran. Nicht nur die Flügel und die Galerie der Johannismühle fehlen seit Jahren. Unklar ist der Zustand der acht Eckpfeiler aus massiver Lärche. Auch der Mühlenkopf gammelt neben dem Müllerhaus vor sich hin. Erkennbar leidet der holzverschalte Rumpf. Viele Holzschindeln sind längst abgefallen, andere werden von Plastikfolie gehalten.

Als Hans-Werner Urbschat die Mühle im Jahr 2000 von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Wobau übernahm, schien der zweite Frühling des Galerieholländers von 1808 zu kommen. Mit dem Müllermeister Walter Skau hatte er einen Enthusiasten gewonnen, der hier einen echten Windmühlen-Mahlbetrieb starten wollte. Doch Skau wurde in den Mühlen von Justiz und Bürokratie zerrieben, nachdem ein Nachbar gegen den Betrieb geklagt hatte – und die Hängepartie sich hinzog, bis Skau die Puste ausging. Es ist fast zehn Jahre her, dass der Mann mit der Müllermütze seine vier großen Mühlsteine in Adelbylund ausbaute und in der Schwensbyer Mühle „Renata“ bei Sörup wieder aufbaute. Seitdem hat sich an dem Galerieholländer von 1808 nichts Nennenswertes mehr getan.

Jetzt will Müller Skau, mittlerweile 62, der Stadt und dem Viertel einen Vorschlag machen: „Wenn man für die Sanierung Geld zusammenbekäme, würde ich beim Wiederaufbau helfen, und eine Gruppe Aktiver anleiten, die Mühle bautechnisch wiederaufzubauen und zu erhalten.“ Er stellt sich eine Art Bürgerinitiative Johannismühle vor. In den Niederlanden gebe es zahlreiche Vorbilder. Dort würden häufig Hunderttausende fließen, die Aktiven verpflichteten sich aber vertraglich, die Mühlenflügel mit einer bestimmten Drehzahl und auch den Mühlenkopf zu bewegen. Skau hat viele sanierte Mühlen gesehen, die dramatisch gelitten hätten, weil sie nicht bewegt worden seien. Beispiel: Dreht sich die schwere Mühlenkappe gar nicht, drückt das Gewicht Beulen hinein. In Schwensby, wo man den Müller täglich von 13 bis 18 Uhr besuchen kann, sei perfekt zu studieren, dass Bewegung funktioniere: „Sogar die Holzwürmer finden es doof, wenn sich die Mühle bewegt“, sagt Skau – und strahlt wieder, wie damals, als er hoffte, die Johannismühle, die bis 1939 mit Wind betrieben worden war, aus dem Dornröschenschlaf wachzuküssen. Pfingstmontag ist Mühlentag in Schwensby. Da könnten sich Interessierte melden.

Drei Jahre ist her, dass Skau die Denkmalschützer der Stadt nach Schwensby eingeladen hatte. Begeistert seien sie von seinen Ideen gewesen. Gemeldet haben sie sich nicht mehr. Bislang sind auch alle Versuche einer anderen Nutzung gescheitert, obwohl es offenbar immer wieder Interessenten gibt, die in dem Baudenkmal zwar nicht mahlen, aber zumindest wohnen oder arbeiten möchten.

Eigentümer Urbschat erklärte gestern, der Zustand der Mühle sei „unverändert stabil“. Es gebe wirklich zwei ernsthafte Interessenten, die die Mühle beleben wollten: „Ich rechne innerhalb der nächsten drei Monate mit einem Ergebnis.“

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