Flensburger Stadtteilforen : Frischer Wind für den Südermarkt

Sie machen mit beim Südermarkt-Forum: (von links) Yvonne Braasch (Rote Straße), Anja Funk-Klebe (Kinder- und Jugendtherapeutische Praxis), Nicolai Altmark (Diakonisches Suchthilfe-Zentrum), Cordelia Feuerhake (Verschönerungsverein), Rudolf Ertmann, Volker Willandsen (Sprecher des Forums), Stefanie Strahl (Rote Straße), Marcus Friedrich (Pastor St. Nikolai), Walter Braasch (Rote Straße), Philipp Tiegel. Es fehlt Boy Gondesen, Sprecher der Wochenmarkt-Beschicker.
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Sie machen mit beim Südermarkt-Forum: (von links) Yvonne Braasch (Rote Straße), Anja Funk-Klebe (Kinder- und Jugendtherapeutische Praxis), Nicolai Altmark (Diakonisches Suchthilfe-Zentrum), Cordelia Feuerhake (Verschönerungsverein), Rudolf Ertmann, Volker Willandsen (Sprecher des Forums), Stefanie Strahl (Rote Straße), Marcus Friedrich (Pastor St. Nikolai), Walter Braasch (Rote Straße), Philipp Tiegel. Es fehlt Boy Gondesen, Sprecher der Wochenmarkt-Beschicker.

Bürgerforum für Flensburgs wichtigsten Platz - soziale Probleme an der Treppe gaben den Anstoß

Der Südermarkt ist das Herz der Stadt, kein anderer Ort bindet Interessen und Emotionen der Flensburger so sehr wie dieser. Hier halten die Busse, hier wird der Wochenmarkt abgehalten – oder der Weihnachtsmarkt. Hier liegt eine der beiden Hauptkirchen der Stadt, hier beginnt die Fußgängerzone. Es ist ein Platz „mit hoher öffentlicher Aufmerksamkeit und gleichzeitig großer sozialer Schwäche“, sagt Volker Willandsen. Höchste Zeit für ein Südermarkt-Forum – eine Gruppe von Menschen, die sich um den Platz kümmern wollen.

Die Nikolai-Kirche ist der bedeutendste Anlieger. Deshalb ist der Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Volker Willandsen, auch der Sprecher des Forums. Und die offizielle Adresse ist das Gemeindebüro, Pastor Marcus Friedrich ist eine Art Geschäftsführer. Die beiden reden nicht lange um den heißen Brei herum: Anlass für die Gründung des Forums sind die sozialen Probleme, die es hier seit Jahren gibt und die auch nicht einfach zu verdrängen sind: täglicher und nächtlicher, lautstarker Alkoholkonsum, Drogenmissbrauch.

Als Kinder auf dem Weg zur Therapie-Praxis Angst hatten, die Treppe zu passieren, war das Maß voll. Es musste etwas geschehen. Das findet nicht zuletzt auch Pastor Friedrich, der mit seiner Familie in der ersten Jahreshälfte ins Pastorat gezogen ist und die ausufernden Aktivitäten der Treppen-Besucher auch nachts und an Wochenenden hautnah mitbekommt.

Deshalb steht die Eindämmung der Probleme, die sich durch den regelmäßigen Aufenthalt einer wechselnd großen Gruppe von Personen an der Treppe sowie auf und unterhalb der Plattform ergeben, auch ganz oben auf der Agenda des neuen Forums. In einer großen Diskussionsrunde mit Stadt, Diakonie-Pastor, Polizei und Suchtberatern habe man das Thema sondiert, so Friedrich. In einer großen Bürgerversammlung im Rathaus wurde sehr sachlich diskutiert. Die Stadt sei für alles zu haben, außer für ordnungsrechtliche Maßnahmen. Simone Lange sei die erste Oberbürgermeisterin, die sich persönlich um das Thema Südermarkt kümmere, stellt Volker Willandsen fest und bezieht Maria-Theresia Schlütter als zuständige Dezernentin ein.

Als konkrete Maßnahme sei die Verkleinerung der Treppe geplant, berichtet Marcus Friedrich. Dies könne durch Bepflanzung geschehen, dem Forum schwebe jedoch eine Art mobiler Brunnen vor. Mobil deshalb, weil er nach einer Umgestaltung des Südermarktes, zu der aus Sicht des Forums zwingend ein Brunnen gehört, demontiert und andernorts eingebaut werden kann.

„Wir möchten in die Beratungen über die Zukunft des Marktes mit einbezogen werden“, wünschen sich Friedrich und Willandsen. Auch sie sind dafür, dass der Platz ein neues Gesicht bekommt. Für Willandsen stehen zwei Dinge fest: „Der Platz braucht einen Brunnen, und die Plattform muss weg.“ Auch in die Diskussion über den Konflikt über Wochenmarkt und Weihnachtsmarkt wollen sie sich einmischen und sagen: „Der Wochenmarkt soll bleiben.“ Regelmäßige Treffen sind geplant, das nächste ist am 15. Januar um 16 Uhr im Gemeindehaus.

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