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Bergmühle in Flensburg : Frischer Wind für alte Mühlenflügel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neuer Vorsitzender bringt neuen Schwung: Marode Galerie wird ab sofort erneuert / Weitere Ideen für die Aufwertung der Bergmühle

shz.de von
erstellt am 08.Dez.2017 | 06:41 Uhr

Es stand schlecht um die Bergmühle. Nicht nur das Gebäude – ein 225 Jahre alter Galerie-Holländer – war in die Jahre gekommen, sondern auch der Verein, der sich seit 30 Jahren um das Wahrzeichen des Flensburger Nordens kümmert. Vor zwei Jahren starb der 1. Vorsitzende Franz Mahner, sein Posten blieb bis vor kurzem unbesetzt. Die Freiflächen um die Mühle sind fest in der Hand eines undurchdringlichen Brombeergestrüpps. Die Galerie rottet und ist gesperrt, Führungen sind nicht möglich.

Doch seit kurzem tut sich etwas. Vorgestern begannen die Zimmerleute mit der Erneuerung der Galerie, sie schleppten die schweren Lärchenbalken und lagerten sie hinten im Hof. Vier bis fünf Wochen werden die Bauarbeiten dauern, schätzt Polier Jörg Hagen – je nach Witterung. Auf rund 80 000 Euro beziffert Jürgen Beuse die Kosten für die dringend erforderliche Maßnahme.

Beuse ist seit zwei Wochen der neue 1. Vorsitzende. Und so etwas wie ein Glücksfall für die Mühle. Er ist der frische Wind für die Bergmühle, während Frauke Schumacher für Kontinuität steht. Sie ist seit 30 Jahren im Verein dabei, ihr Vater Willy Bartelsen hat in den 80er Jahren das Projekt Bergmühle auf den Weg gebracht.

Beuse hat in Gesprächen mit Oberbürgermeisterin Simone Lange und Bürgermeister Henning Brüggemann die Stadt davon überzeugt, die Galerie neu aufbauen zu lassen. Schließlich ist das Gebäude nach wie vor im Eigentum der Stadt. Auch über die Arbeiten auf dem Grundstück will Beuse mit der Stadt reden. „Früher haben wir so etwas in unserer Freizeit gemacht“, erinnert sich Frauke Schumacher. „Aber wir werden alle nicht jünger.“

Dass Jürgen Beuse die Regie übernommen hat, ist einem Zufall zu verdanken. Er ist zwar schon seit vielen Jahren Mitglied im Verein, war aber bisher nicht aktiv. Er sei an den Vorstand mit der Idee eines Benefiz-Konzerts herangetreten. Offenbar hat er dabei Frauke Schumacher und andere Vorstandsmitglieder schwer beeindruckt. Jedenfalls war er kurz danach designierter Vorsitzender, vor kurzem erfolgte die Wahl.

Das Konzert mit der Kultband „Nighthawks at the Diner“ vor ausverkauftem Haus war ein voller Erfolg. Verstärkt durch Guy Roberts, der einen hervorragenden Sound in den Speicher zauberte und zum Teil mitspielte, präsentierten die Nachtfalken ihr neues Repertoire im Unplugged-Gewand. Am Ende stand ein Reinerlös von 1000 Euro für die Bergmühle.

Deren Flügel müssen repariert werden, sie wurden beim Sturm „Christian“ beschädigt. Für den Speicher werde man neue Tische und Stühle beschaffen, die einfacher zu bewegen seien, so Beuse. Am kommenden Sonntag findet von 11 bis 17 Uhr der Adventsbasar statt. Grundsätzlich wolle man die Mühle wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen rücken. „Wir wollen das Gefühl dafür stärken, was die Menschen hier im Norden haben“, sagt der neue Vorsitzende.

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