Glücksburg : Frischer Glanz für alten Marktplatz

Zwei stattliche Bürgerhäuser von ungefähr 1900 und zwei über 100 Jahre alte Bäume – der Hindenburgplatz hat beste Voraussetzungen, ein schöner Aufenthaltsort in Glücksburg zu werden.
Zwei stattliche Bürgerhäuser von ungefähr 1900 und zwei über 100 Jahre alte Bäume – der Hindenburgplatz hat beste Voraussetzungen, ein schöner Aufenthaltsort in Glücksburg zu werden.

Der Hindenburgplatz in Glücksburg wird umgestaltet und erhält alte Funktionen zum Verweilen und Begegnen zurück.

shz.de von
14. Mai 2018, 12:00 Uhr

Glücksburg | Das heute als Hindenburgplatz bezeichnete Areal gehört zu Glücksburgs Geschichte von Anfang an. Schon vor und während der Zeit des Rude-Klosters (12. bis 16. Jahrhundert) lag hier das Dorf Schauby, vermutet Historiker Rolf Glawischnig in seiner „Historischen Wanderung durch Glücksburg“. Den heutigen Namen erhielt der Platz 1933, dem Jahr, in dem Reichspräsident Paul von Hindenburg Adolf Hitler zum Reichskanzler berief. Diskussionen über eine Umbenennung wurden geführt. Die Stadtvertreter waren mehrheitlich der Meinung, dass die Geschichte nicht verdrängt, sondern durch eine Text-Tafel aufgearbeitet werden solle. Sie wurde bislang nicht aufgestellt.

Der Bauausschuss schleppt das Thema Hindenburgplatz aus einem anderen Grund seit mehreren Jahren durch seine Sitzungen: Der Belag des Platzes ähnelt schon seit längerer Zeit einer Kraterlandschaft, bestehend aus aufgebrochenem Asphalt, Recyclingmaterial und Schotter. Ein Unternehmen wurde vor Kurzem mit der Erstellung eines Kostenangebotes beauftragt. Nun entschied sich der Bauausschuss für eine moderate Umgestaltung des Platzes für einen Mehrpreis von zirka 13 500 Euro, Gesamtkosten: 73 500 Euro. Der Auftrag soll in diesem Sommer vergeben werden, die Arbeiten könnten noch in diesem Jahr durchgeführt werden.

Der Entwurf des Flensburger Grünplanungsbüros sieht zwölf statt bisher 20 Parkplätze vor. Im Gegenzug wird die Mitte des Platzes, auf der eine Doppeleiche von 1898 zur Erinnerung an die Schleswig-Holsteinische Erhebung von 1848 steht, durch eine größere Grünfläche hervorgehoben. Formstein-Betonstufen sollen rund um die Eiche zum Sitzen einladen. Hans-Herbert Tölke vom Planungsbüro kann sich vorstellen, dass der Platz Ausgangspunkt für Rundwanderungen wird. In der Mitte und in den Nischen könnten laut Tölke ab und an Flohmärkte stattfinden. „Der Platz war früher schließlich auch Marktplatz und hieß vor 1933 so“, sagt Tölke.

Parkraum in Glücksburgs Zentrum ist knapp. Darum durften die Politiker nicht ganz darauf verzichten. Auch die Anwohner der beiden am Platz gelegenen dreigeschossigen Bürgerhäuser von 1891 bis 1909 benötigen Parkplätze. Vier plus einen für Behinderte wird es zur Collenburger Straße geben, sieben weitere liegen in Richtung Schlosspark. Durch schräge Anordnung der Park-Nischen ist laut Planer leichtes Ein- und Ausparken möglich.

Die Plätze erhalten eine wassergebundene Decke wie auf dem Parkplatz vor dem Schloss, für den das Unternehmen auch verantwortlich ist. Dass am Schloss große Löcher auf den Fahrwegen entstanden sind, führt Tölke auf Lenkbewegung zurück, die seiner Ansicht nach in den Nischen nicht entstehen. „Man kann ganz gerade raus- und reinlenken“, so Tölke. Der Kreisverkehr dagegen soll in Asphalt ausgeführt werden, in den helle Schottersteine eingestreut werden. So werden in Zukunft Parkplatzsuchende oder Anwohner langsam und bewusst an der rund 200 Jahre alten Blutbuche vorbeifahren, die ganz vorne auf dem Grundstück Hindenburgplatz 1 steht.

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