Friedensbotschaft im Namen des Wikinger-Missionars Ansgar

Das 'Ansgar Memoria' wird morgen eingeweiht. Foto: Windmann
Das "Ansgar Memoria" wird morgen eingeweiht. Foto: Windmann

Avatar_shz von
07. Oktober 2011, 03:59 Uhr

Busdorf | Ansgar-Weg, Ansgar-Schule, Ansgar-Pfadfinder, Ansgar-Kirche: Der Norden hats mit diesem Namen. Bestimmt zwei Dutzend Ansgar-Varianten lassen sich aufspüren. "Apostel des Nordens" wird Ansgar gerne genannt. Nur, wer mit diesem Namen gemeint ist und welche beeindruckende Lebensgeschichte sich dahinter verbirgt, das wissen nur wenige.

Das soll sich jetzt ändern. In Haddeby, unweit der dortigen St.-Andreas-Kirche, wird morgen um 16 Uhr ein Denkmal eingeweiht, das ganz dem Leben und Wirken dieses Kirchenmannes geweiht ist: die "Ansgar Memoria". Auf einer Wiese am Ufer des Noors zwischen Kirche und Haithabu-Museum wurden dazu 144 Stahlstäbe im Boden verankert; in deren Mitte befinden sich ein schlichter Gedenkstein und eine Sitzbank. Die Spitzen der Stäbe aber, die Kriegerisches symbolisieren, tragen ein Tuch in Form eines Kreuzes - so soll deutlich werden, dass das Christentum mit seiner Botschaft vom Frieden die Speere der Gewalt überwunden hat.

Der Ort ist nicht schlecht gewählt. Denn tatsächlich gründete der Benediktinermönch Ansgar, später Erzbischof von Hamburg und Bremen, in der Handelsmetropole Haithabu im Jahr 849 n.Chr. eine Kirche - die erste überhaupt im alten Dänemark. Sie muss klein und aus Holz gewesen sein, doch wo genau sie sich befand, ist bis heute ein Rätsel. Vielleicht innerhalb des Halbkreiswalls. Oder gar unterhalb von St. Andreas, wo die Archäologen schon einmal Holzreste geortet haben. Aktuelle Grabungen sind aber nicht geplant.

Wie auch immer, Kirchen-Gründer Ansgar muss ein mutiger Mann gewesen sein. Sozusagen ein hartnäckiger Christ. Schließlich waren die Wikinger keine handzahmen Chorknaben. Die erste Reise zusammen mit dem frisch getauften Dänenkönig Harald Klak in "heidnisches" Territorium scheiterte. Das schwedische Birka erreichte er mittellos und ausgeplündert. Und als die Wikinger 845 die Hammaburg (Hamburg), den Sitz des Bischofs, eroberten und anzündeten, entkam dieser nur mit größter Mühe. Das sichere Bremen wurde neuer Sitz des Erzbistums.

Doch dieser Ansgar ließ sich nicht erschüttern. Schon als Fünfjähriger war er in einem Kloster aufgenommen worden, als 25-Jähriger erhielt er den Missionsauftrag für die nördlichen Länder. "Blutzeuge", wie er es sich wohl gewünscht hatte, wurde er nicht - Ansgar starb 865 nach schwerer Krankheit und ist im dortigen St.-Petri-Dom bestattet. Um so mehr beeindruckte er durch seine Persönlichkeit, deren Sozialethik auch heute noch besticht. Und zwar unabhängig von Konfession oder Landesgrenzen.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen