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Flensburger Tageblatt

20. September 2017 | 18:36 Uhr

Freundschaft unter Feuerwehrleuten

vom

Vor 50 Jahren übten die Freiwilligen Wehren aus Niehuus und Bau erstmals gemeinsam / Schlagbaum diente 1963 als Tresen

shz.de von
erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

Harrislee | Seit 50 Jahren verbindet die Freiwilligen Feuerwehren von Niehuus und dem dänischen Bau eine ganz besondere Freundschaft. Alljährlicher Höhepunkt dieser grenzüberschreitenden Verbindung ist das traditionelle Schlagbaumfest. Buchstäblich treffen sich dann die rund 80 Aktiven beider Ortswehren am Schlagbaum, der Deutschland und Dänemark am "Krummen Weg" bis 2001 trennte.

Schon 1933 wurde die Bauer Wehr zu einem Niehuuser Brand gerufen, berichtet Dirk Behrendsen, Ortswehrführer von Niehuus: "Aber es war nur das Kartoffelkraut eines Bauern." Richtig angefangen habe es im Bau-Krug, erzählt Preben Wind, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Pattburg, die heute mit der Wehr Bau vereint ist. Auch die Wehrführer Hans Andresen aus Niehuus und Erik List aus Bau waren dabei, als der Harrisleer Gemeindewehrführer zum Vortrag geladen hatte. Man kam sich näher, vereinbarte die erste gemeinsame Übung für den 19. Juni 1963. Am Schlagbaum. Denn: "Es war die Zeit der geschlossenen Grenze. Niehuus hatte keinen Grenzübergang." Keiner durfte von hüben nach drüben; es sei denn für die Übung. Als an diesem Juni-Tag alle Schläuche weggepackt waren, setzte man sich erstmals noch ein bisschen zusammen, erzählt Wind. "Ganz ohne Bürokratie, auf dem kleinen Dienstweg", ergänzt Behrendsen lächelnd. So kam es, dass die deutschen Jungs vorschriftsmäßig diesseits des Schlagbaums, die Dänen jenseits des Schlagbaums standen. "Der Schlagbaum wurde als Tresen für die Bommerlundergläser genutzt", heißt es lachend.

Eine Tradition war geboren. Seitdem treffen sich die Feuerwehren Niehuus und Pattburg-Bau jeden Sommer zum Schlagbaumfest, jetzt im Rahmen eines Feuerwehr-Wettkampfes um einen Wanderpokal. Mit dem Charme, dass der Schlagbaum seit Öffnung der Grenze nur noch eine Statistenrolle spielt. "Die gemeinsame Übung läuft unabhängig davon, im Wechsel auf deutscher und dänischer Seite", so Behrendsen.

In diesen Tagen steht das 50-jährige Jubiläums-Schlagbaumfest an, wieder mit Wettkämpfen auf der Koppel, Zelt und traditionsgemäß "Getränken aus Niehuus, Speisen aus Bau". Nur etwas aufwändiger wird es diesmal, mit Bürgermeistern aus beiden Ländern und weiterer Prominenz. Im Gespräch ist spürbar, wie viel beiden Seiten die Verbindung bedeutet: "Es ist eine Freundschaft unter den Kameraden geworden", betont Behrendsen. "Wir wollen im Wettkampf zwar gewinnen", sagt Wind mit Wärme: "Aber es liegt was viel Größeres dahinter. Unser Ziel ist eigentlich nur, uns gegenseitig zu treffen und die Kontakte zu vertiefen", stimmt der Niehuuser Behrendsen zu: "Wir verstehen uns und wünschen uns, dass die Tradition des Schlagbaumfestes fortgesetzt wird."

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