Wissensimpulse aus Flensburg : Fremde Gedanken wie ein offenes Buch lesen

Verblüffte seine Zuhörer im fast voll besetzten Audimax: „Mind Hacker“ Norman Alexander.
Verblüffte seine Zuhörer im fast voll besetzten Audimax: „Mind Hacker“ Norman Alexander.

Mindhacker Norman Alexander verblüffte das Publikum im Audimax

shz.de von
23. März 2017, 12:01 Uhr

„Gedankenlesen ist möglich“, behauptet Norman Alexander mit Überzeugung zu Beginn seines Vortrags. „Mind Hacking – die Fähigkeit, Gedanken zu entschlüsseln“ war am Dienstag die erste Veranstaltung der achtteiligen Vortragsreihe „sh:z wissensimpulse“ mit dem Partner Itzehoer Versicherungen im Audimax der Hochschule.

Dass Gedankenlesen nichts mit Zauberei zu tun hat, zeigte sich bereits beim ersten Experiment. Dabei wurde eine Zuschauerin aufgefordert, aus einem Beutel eine der darin liegenden, verschieden farbigen Kugeln zu ziehen. Außer ihr sah zunächst niemand die gezogene Kugel. Mind Hacker Norman Alexander war sich sicher, er wüsste deren Farbe – und lag damit prompt daneben. Seine Erklärung: Die Zuschauerin sei mit ihrer ruhigen Haltung und dem starren Blick aber auch schwer zu „lesen“.

Egal, weitere Experimente gelangen. Die Zuschauer staunten und applaudierten. „Was würde passieren, wenn Sie Gedanken hacken könnten?“, fragt Norman Alexander sein Publikum. Dies lässt sich zwar nicht in 90 Minuten erlernen, aber der Mind Hacker erklärte, wie jeder die Gedanken seines Gegenübers zumindest besser verstehen kann.

Es ist alles eine Frage des Beobachtens: Verknüpft ein Gesprächspartner ein Thema mit Geräuschen, blickt er dabei in die Mitte. Stellt er sich etwas bildlich vor, schaut er noch oben. Und geht es um Emotionen, blicken Menschen häufig nach unten, erklärt Alexander.

Dieses Wissen lasse sich gezielt einsetzen, indem man seinen Gesprächspartner entweder auf auditiver, visueller oder kinesischer Ebene anspricht. Beim Gedankenlesen versuche man, Gemeinsamkeiten zwischen sich und seinem Gegenüber zu finden und so sein Vertrauen zu gewinnen. Es gehe nicht darum, jemanden als Lügner zu entlarven, sondern darum, seinen Gesprächspartner zu verstehen und ihm ein angenehmes Gefühl zu geben, erklärt der Mind Hacker am Rande der Veranstaltung.

Zum Schluss gab es noch eine Portion Nervenkitzel für das Publikum. Wieder bat Alexander einen Zuschauer auf die Bühne. Dieser bekam die Aufgabe, vier Holzblöcke zu vermischen. Die Blöcke waren von Pappe umhüllt. In einem von ihnen steckte, mit der Spitze nach oben gerichtet, ein Messer. Alexander schlug auf die Pappe, die verhinderte, dass er die Messerspitze sah. Er versuchte, durch das Lesen der Gedanken des ausgewählten Zuschauers zu erfahren, in welchem Holzblock das getarnte Messer steckte. Der Zuschauer war bemüht, sich nichts anmerken zu lassen. Im Publikum rätselte man mit, konnte aber kaum sichere Aussagen treffen. Als nur noch zwei Blöcke standen, fiel den meisten Zuschauern das Hinschauen schwer und ein erleichtertes Aufatmen ging durch die Reihen, als Alexander den Block ohne Messer traf und unverletzt blieb.

Der lehrreiche und unterhaltsame Vortrag war auch eine Einführung in das Buch „Mind Hacking“. Zudem gibt es seit kurzem die App „NoLimit“. Unter nolimit. jetzt/flensburg. Damit hat jeder Interessierte die Möglichkeit, Inhalte der App 30 Tage kostenlos zu testen.

Der nächste Vortrag, „Optimismus? Realismus?“ mit Prof. Jens Weidner findet am 25. April im Audimax statt. Karten können telefonisch unter 02561-69565170 oder per E-Mail an info@sprecherhaus.de bestellt werden.

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