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Jubiläum : Freiwillige vor: Helfen und lernen im Gesundheitswesen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Seit 15 Jahren unterstützt die Diako das Freiwillige Soziale Jahr, das es bundesweit seit 50 Jahren gibt

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2014 | 12:46 Uhr

Frühstück bringen, Betten beziehen, Patienten bei der Morgenpflege helfen, Fieber, Puls und Blutdruck messen. Die Aufgaben, die Annika Jessen aufzählt, übernehmen junge Menschen wie die 21-Jährige aus Schafflund, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Gesundheitswesen absolvieren. Jessen und ihre FSJ-Kollegin Simone Reinholdt haben sich für einen Einsatz in der Gesundheits- und Krankenpflege in der Diako Flensburg entschieden. Beide sind seit mindestens einem Jahr dabei, und beiden gefallen die Erfahrungen offenbar so gut, dass sie eine Ausbildung in dem Fach beginnen werden.

„Viele entdecken durch das FSJ ihren Berufswunsch“, sagt Annika Groth, das geschehe durchaus oft. Die Diplom-Pädagogin beim Ökumenischen Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen (Öbiz) betreut die Freiwilligen. Das Öbiz begleitet Freiwillige im FSJ (und im Bundesfreiwilligendienst) im Auftrag der Diako, die sich seit 15 Jahren für das FSJ als Trägerin engagiert.

In diesem Jahr haben am 1. August 120 Neue in der Region überwiegend in Alten- und Krankenpflege angefangen, weiß Annika Groth, aber auch zum Beispiel in der Flensburger Friholtschule.

In Altenpflegeeinrichtungen, in Krankenhäusern und beispielsweise in der Drogenambulanz Kiel gebe es noch freie Stellen, die auch im laufenden Jahr besetzt werden können, sagt Groth und ermuntert junge Leute, sich zu bewerben.

Der 18-jährige Oke Höner hat sich schon dafür entschieden, weil er nach der Schule etwas Praktisches machen, in intensiven Kontakt mit Menschen und an seine Grenzen kommen wollte. Sein Vater habe ihn darauf gebracht, der früher Zivi war und Krankenpfleger gelernt habe. Leicht sei die Arbeit gewiss nicht, ist sein erster Eindruck, man müsse sich darauf einlassen, sagt Oke Höner. Der 18-Jährige verspricht sich vom FSJ, „viel fürs Leben mitzunehmen“.

Das würden Simone Reinholdt und Annika Jessen aus ihrer Erfahrung unterschreiben. „Der Beruf stärkt das Selbstbewusstsein“, beobachtet die 23-jährige Reinholdt, die sich als ruhig beschreibt und gelernt hat, schwierige Situationen zu meistern. Wenn ein Patient Atemnot bekomme und „du schnell reagieren kannst“, gibt Annika Jessen ein Beispiel dafür. Sie legt denjenigen ein solches Jahr ans Herz, die sich für Soziales und Medizin interessieren, „weil man echt viel lernt. Kein Tag ist gleich“. Nächte müssen sich die Freiwilligen zwar nicht um die Ohren hauen, aber es gibt Arbeitstage, die mal um sechs beginnen oder auch solche, die nicht vor 21 Uhr enden. „Das hast du dir ausgesucht, dir bringt das Spaß“, sagt sich Jessen dann, „dann kann man auch manchmal auf etwas verzichten.“ Kollegin Reinholdt nickt eifrig zur Bestätigung.

Nicht nur die positive Resonanz der Patienten, Dankbarkeit und Zufriedenheit, sind Lohn für die Arbeit, auch der FSJ-ler. Die Freiwilligen bekommen immerhin 344 Euro im Monat und sind sozialversichert, erklärt Annika Groth vom Öbiz. An 25 Seminartagen im Jahr werde im Öbiz Rüstzeug wie Erste Hilfe, aber auch Wissen über Ethik vermittelt. Außerdem stünden stets Ansprechpartner bereit und hinter den FSJ-lern und orientieren sich die Träger an den Wünschen ihrer Schützlinge. So stehen auch Paddel-Ausflüge auf dem Programm ebenso wie Bewerbungstrainings, wenn gewünscht.

In den Seminargruppen lerne man viel und zudem neue Freunde kennen, sagt Jessen. Und auf Station habe sie viel Vertrauen der Mitarbeiter und Verantwortung erfahren. „Sie gehören ins Team“, betont Ulrike Hinrichsen, stellvertretende Pflegedirektorin der Diako.

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