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Start für nichtkommerzielles Lokalradio : Freies Radio Flensburg erhält Zulassung

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Der Verein Freie-Radio-Initiative Flensburg hält nach drei Jahren intensiver Arbeit die Zulassung in den Händen.

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erstellt am 03.Mai.2017 | 11:44 Uhr

Flensburg | Der Medienrat der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) hat dem Verein Freie-Radio-Initiative Flensburg eine 24-Stunden-Frequenz für eine Dauer von zehn Jahren zugesprochen. Eine entsprechende UKW-Übertragungskapazität wurde zugewiesen. Wie Felix Ruttkowski vom Verein gegenüber shz.de mitteilte, wird der Sender 2018 mit dem Programm starten. Das nichtkommerzielle Lokalradio (NKL) für Flensburg, Glücksburg und Tastrup ist das zweite in Schleswig-Holstein. Bereits Ende 2016 hatte ein freies Lokalradio in Neumünster die Zusage bekommen.

Nach drei Jahren intensiver Arbeit sei es endlich gelungen, die beantragte Frequenz wie auch die dazugehörige Anschubfinanzierung zu bekommen, sagt Ruttkowski. „Wir freuen uns, dass die Landesmedienanstalt und die Landesmedienstiftung schlussendlich den Weg für ein weiteres Freies Radio in Schleswig-Holstein frei gemacht haben.“ Nachdem das Verfahren im Juni 2015 zunächst wegen unklarer Finanzierung des Programmvorhabens ausgesetzt worden war, konnten Zulassung und Zuweisung jetzt erteilt werden. Die Medienstiftung Hamburg Schleswig-Holstein hatte zuvor eine finanzielle Förderung des Vereins beschlossen.

Freie Radios: Was ist das?

Eigenständige freie Radios auf eigenen Frequenzen sollen als dritte Säule neben privat-kommerziellen und öffentlich-rechtlichen Lizenznehmern fungieren. Sie werden nicht mit Gewinnerzielungsabsicht betrieben.

Die Vergabe entsprechender Frequenzen in Schleswig-Holstein wird durch die Landesmedienanstalt ermöglicht. Bereits seit vielen Jahren gibt es ähnliche Angebote bereits in Baden-Württemberg, Hessen, Thüringen oder Sachsen-Anhalt. Dort erhalten Radiovereine mit eigenständigen Angeboten eine Grundfinanzierung von den dortigen Medienanstalten.

Freies Radio legt den Fokus auf lokale Berichterstattung und ist ehrenamtlich und selbstorganisiert. In Kiel, Lübeck, Neumünster, Pinneberg, Husum, Bad Segeberg, Bad Oldesloe und Flensburg existieren solche Radioinitiativen. Die meisten NKLs/Freie Radios entstammen der alternativen Subkultur.

Ende April hatte der Medienrat auf seiner Sitzung Richtlinen zur Förderung von nichtkommerziellen lokalen Rundfunkveranstaltern und lokaljournalistischen Projekten in Hamburg und Schleswig-Holstein beschlossen. Diese finanzielle Förderung ist seit Inkrafttreten des 6. Medienänderungsstaatsvertrags Hamburg Schleswig-Holstein (MÄStV HSH) am 1. April 2017 Aufgabe der MA HSH. Im Jahr 2017 stehen hierfür Fördermittel von bis zu 208.000 Euro, in den Folgejahren von bis zu 278.000 Euro zur Verfügung.

Das Freie Radio Flensburg verstehe sich als Alternative und selbstverwaltete Ergänzung zu bestehenden öffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Angeboten, sagt Ruttkowski. „Im zukünftigen Sendeprogramm des Radios sollen sich Musik und Inhalte wiederfinden, die sich außerhalb des Mainstreams bewegen.“ So sollen vor allem lokale, aber auch überregionale und globale Themen und Debatten Platz finden. Darunter Formate wie „Flensburger Stadtgeschichten“ und das „Infomagazin Flensburg“. Vorgesehen sind überdies an drei Tagen Sendungen in dänischer Sprache.

„Wir sind ein journalistisches, aber auch ein gesellschaftliches, politisches und soziales Projekt. Freies Radio darf und soll tendenziös sein und wendet sich aktiv gegen rassistische Tendenzen oder andere diskriminierende Strukturen unserer Gesellschaft“, sagt der zweite Vorsitzende des Radiovereins. Und weiter: „Wir wollen allen interessierten Flensburgern eine Plattform bieten, um aufzuzeigen wie vielfältig diese Stadt ist.”

Der Verein ist jetzt auf der Suche nach Räumlichkeiten von in etwa 120 Quadratmetern, in denen der Radiobetrieb realisiert werden kann. Danach folgen die Erstellung eines Programms und die Einrichtung und Einweisung in die Studiotechnik. „Dafür sucht der Verein Freie-Radio-Initiative Flensburg in den kommenden Monaten noch Radiointeressierte und Förderer, die das Freie Radio Flensburg gemeinsam entstehen lassen wollen“, sagt Ruttkowski.

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