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Flensburger Tageblatt

17. August 2017 | 04:03 Uhr

Tarp : Freie Sicht aufs Treental

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Zwei Bullen sollen Gräser und Büsche entlang der Treene niedrig halten.

Tarp | „Hoffentlich haben die beiden einen guten Appetit“, schmunzelte der Umweltausschussvorsitzende Jürgen Cordes in der jüngsten Sitzung der Tarper Gemeindevertretung. Gerade wurde der Beschluss gefasst, die White-Park-Bullen „Sinto“ und „Lester“ auf einer 1,5 Hektar großen abgezäunten Fläche im Treenetal weiden zu lassen: Ihre Aufgabe wird es sein, das Gebiet frei von hohem Gras, von Büschen und kleinen Bäumen zu halten.

White-Park-Rinder kommen ursprünglich aus England. Wurden von den Adeligen als Wildersatz gehalten und lebten dort wild in großen Parks. Es gibt von der Rasse nur noch wenige hundert Mutterkühe weltweit. Wichtige Zuchtländer sind neben Großbritannien auch Dänemark und Deutschland. Eigentlich sind die Rinder weiß. Aber es gibt auch immer wieder schwarze Exemplare, so wie den Tarper Bullen „Lester“. „Sinto“ hingegen ist weiß.

Wer vor 50 Jahren durch das Treenetal spazierte, konnte weit schauen. Es gab kaum Büsche und Bäume. In den Treenewiesen wurde im Sommer Heu gemacht. An vielen Stellen weideten Kühe. Später wurden die Kuhherden größer und zunehmend in Ställen gehalten. Das Mähen im Treenetal wurde im Laufe der Jahre unrentabel. Damit einher ging eine starke Verbuschung der Landschaft, gut zu beobachten auf einem etwa einen Kilometer langen schmalen Weg am Rande des Treenetales, „Liebesweg“ genannt.

Dieser Verbuschung will die Tarper Gemeindevertretung mit der Beweidung gegenwirken. „Das Treenetal in unserer Gegend ist ein Kleinod, für Einwohner und Gäste ein reizvolles Gebiet“, so Cordes. Für zahlreiche Pflanzen, Vögel und Reptilien seien offene Feuchtgrasgebiete überlebenswichtig. Da auch die Störche solche Gebiete mögen, bestehe die Hoffnung, dass sie sich in den vorbereiteten Nestern niederlassen.

Jep Jepsen von „Bunde Wischen“ appellierte an die Spaziergänger: „Bitte die Tiere nicht füttern und keine Hunde auf die Weide lassen!“ Die Rinder könnten in Panik geraten und ausbrechen. Das Einfangen eines in Panik geratenen Bullen sei schwierig und sehr gefährlich, so Jepsen.

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